EMILY'S BLEEDING - Bruised

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VÖ: 01.01.2014
Bandinfo: EMILY'S BLEEDING
Genre: Melodic Death Metal
Label: Transwaved Records
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Lineup  |  Trackliste

Grundgütiger! Oder wie wir Österreicher zu sagen pflegen: Na servas! Nach einer selbstbetitelten EP 2011 fahren die Niederösterreicher EMILY'S BLEEDING auf ihrem ersten richtigen Output aber so was von einem Brett auf, dass man nicht weiß ob man zuerst rumhüpfen soll oder headbangen oder am besten beides gleichzeitig. War man auf der EP mit altem Sänger noch ein wenig verhalten unterwegs, so setzt man bei "Bruised" mit runderneuerter Mannschaft alles auf eine Karte, und die Rechnung dürfte - zumindest größtenteils - aufgehen. Mit einer ziemlich brutalen Mischung aus progressivem Todesmetall, Metal- und Mathcore erfordert "Bruised" schon ein extrem geschultes Ohr, vor allem das Gehirn wird mit der teils an DILLINGER ESCAPE PLAN oder MESHUGGAH erinnernden Rhythmik des Öfteren überfordert.

Dazwischen regieren aber gottseidank die melodischen Riff-Läufe und die Produktion ist so dermaßen auf den Punkt, dass ein Song wie etwa "Animal Instinct" gar an FEAR FACTORY denken lässt. Immer wieder werden die Shred-Gewitter durch Clean Vocals aufgelockert, so entsteht eben kein Grunzkreisch-Einheitsbrei, sondern eine ausgewogene Mischung aus Härte und Melodie - obwohl ich persönlich mir etwas weniger Screamo wünschen würde, aber das ist Ansichtssache. Unglaublich an den Drums agiert Neuzugang Nick Sartorius (u.a. SUNSTONE, LOST SOUL), nicht nur seine Doublebass-Abfahrten sind wie ein wohltuender Tritt in die Magengegend. Die fetten Gitarrenduelle von Tom Fuchs (SADAKO) und Gernot Kobermann beschränken sich nicht auf die genreüblichen Parameter, sondern versuchen, allumfassend einfach geil zu klingen - was über weite Strecken auch gelingt.

Geht die Sache nach ominös dräuendem Intro mit "Hellbound" noch eher etwas unspektakulär weg, so hat man spätestens beim schrägen "Once Again" einen roten Faden gefunden, es folgen Preziosen wie das unglaublich tighte "The Beauty", das Zwischenspiel "Marrow Shards" erinnert an DARK TRANQUILLITY und bereitet den Boden für das völlig abgedrehte "Beat Your Destiny", das eingängige Hooks mit VOIVODesken Schräg-Gitarren vereint. Der Genickbrecher "Infected" und das etwas TRIVIUM-lastige "Days Of Anger" mit seinen grandiosen Gesangsparts zeigen schlussendlich noch, wie man knackige Metal-Songs aufbereitet, ohne ständig in Klischees zu baden oder blind links und rechts des Weges zu klauen. So bleibt die Sache auch über fünf Minuten hinweg immer frisch und fruchtig, und wenn EMILY'S BLEEDING diesen Pfad weitergehen und in Hinkunft den Screamo-Anteil noch um eine Idee zurückschrauben, dann werden wir von diesem talentierten Quintett noch einiges um die Ohren geblasen bekommen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (13.04.2014)

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