Black Mariah - Done & Dusted

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VÖ: 04.10.2013
Bandinfo: Black Mariah
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Ganz egal, wie objektiv man an ein Album herangeht, welche qualitativen Stärken und Schwächen man herausarbeitet, letztendlich hängt der Erfolg einer Produktion zu einem nicht geringen Teil an dem persönlichen Zugang des Hörers. Und ja, davon nehmen wir uns Schreiber auch nicht aus. Doch sind wir stets um Fairness bemüht, holen uns beim Rezensieren Zweit- und Drittmeinungen ein, um Faktoren wie die eigene Subjektivität gering zu halten. Wenn dann aber ein Werk auch beim Kollektiv anstatt Begeisterungsstürmen nur Schulterzucken hervorruft, dann kann es nicht mehr länger am Einzelnen liegen. So geschehen bei "Done & Dusted" von BLACK MARIAH.

Woran es liegt, muss man sich im vorliegenden Falle ernsthaft Fragen, denn die Ambitionen sind deutlich hörbar. Über das Handwerk brauch man sich erst recht nicht zu beschweren. Der Sound, das Album, alles soll Eier haben, das merkt man direkt zu Beginn. Und das haben die einzelnen Stücke auch. Um das zu erreichen haut man ein paar schöne Rock'N'Roll Riffs à la GUNS N' ROSES mit leichter Stoner Färbung Marke WITCHCRAFT raus, legt stimmige MAIDEN-Leads darüber, belässt die Produktion schön natürlich, garagig, authentisch und folgerichtig old-schoolig, ohne dabei zu arg ins Rumpelige abzudriften. Der tätowierende Frontmann und Sänger Danny Bullman weiß trotz seines rauen ROSE TATTOO oder MOTÖRHEAD-Timbres bestens mit seiner Stimme umzugehen, weswegen man sinnvollerweise des öfteren auf harmonische Hooks und Catchiness setzt. Auch wenn der obligatorische Blues-Einschlag nicht fehlt. Drummer Farid Leonhartsberger und Basser Steve Destiny bilden eine tighte Rhythmusbasis, grade ersterer überzeugt mit gewitztem Spiel und einer Vielzahl an Breaks. Und zu guter Letzt hat man mit Richard Fortus (GUNS N' ROSES) und Ryan Martinie (MUDVAYNE) noch zwei zugkräftige Gastmusiker in Petto.

Auf dem Papier klingt das alles Spitze, nur zündet es in der Praxis leider einfach nicht. Es ist schon eine Kunst für sich, inspiriertes Songmaterial mit einer solchen Vielfalt an Einflüssen so monoton klingen zu lassen. Man einigt sich auf ein und das selbe Grundtempo, die Melodien und Riffs wirken austauschbar. Viel zu selten erlebt man Aha-Momente, welche über die Distanz von knapp 56 Minuten hinweghelfen. Einzeln und für sich steckt in jedem der Songs irgendwo ein bisschen Hitpotential, aber im Zusammenhang eines Albums sticht irgendwann gar nichts mehr heraus. Ganz ehrlich: Bis zur schönen Akustiknummer "Insanity" weiß der Hörer nicht, auf welcher Höhe er sich grade befindet, da jeder Song (auch wenn inhaltlich völlig anders) die gleiche Stimmung transportiert. Was letztendlich, und das ist echt schade, in Ermüdung gipfelt.

Fazit: Die guten Ansätze liegen bei "Done & Dusted" allesamt auf der Hand, springen einem sogar ins Gesicht. Und dennoch klingt das Gesamtbild viel zu einheitlich, als dass es auf Albumlänge dauerhaft fesseln kann. Für die erstaunliche Ohrwurmdichte gibt es dennoch gut gemeinte 3 Sterne.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (10.04.2014)

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