IMPALED NAZARENE - Vigorous and Liberating Death

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VÖ: 14.04.2014
Bandinfo: IMPALED NAZARENE
Genre: Black Metal
Label: Osmose Productions
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Lineup  |  Trackliste

Es ist immer wieder herzerfrischend, wenn man sich die Bandentwicklung von den dunklen und wüsten Anfangstagen ("Tol Cormpt Norz Norz Norz" von 1992) über die kleineren und größeren Skandälchen bis hin zur aktuellen musikalischen Ausrichtung vor Augen führt. Begleitet von Provokationen schlägt die Suomi-Rabaukentruppe immer noch eine breite Schneise durch die Musiklandschaft, aber sie haben gelernt, die seinerzeit gepflegten Extreme in fast schon kalkulierbare Bahnen zu lenken. Und so klingen die Finnen in ihrem eigenen Kosmos aus Suff, Sex und Satan; Geißen und Gasmasken sowie Tod und thermonuklearer Apokalypse mittlerweile auch, irgendwie ist eine geordnete Entwicklung nach elf Studioalben nur logisch, gleichzeitig sind die Reißzähne des großen Biests über die Jahre doch ein wenig geschrumpft.

Ein hysterisch-gellender Schrei reißt den Hörer gleich zu Beginn aus seiner angespannten Vorfreude...willkommen in der Welt der Finnen-Sickos IMPALED NAZARENE! Der Opener „King Reborn“ finntrollt aus dem Unterholz (ähnlich "Vestal Virgins"), Nachschlag gibt es gleich in Form des gedrosselteren Stampfers “Flaming Sword Of Satan”, der zum Mitbrüllen einlädt. Nach der Hackattacke „Pathological Hunger For Violence“ variiert das Album zwischen schwarzem (Punk-)Rock n´ Roll und eruptiven Ausflügen in wüstere Zeiten (etwa „Kuoleman Varjot“ oder „Dystopia A. S.“). Knapp und zackig fallen die zumeist unter der 3-Minuten-Schallmauer liegenden Stücke aus, lässig das schmissige „Martial Law“, fetzig der Mitbrüller „Apocalypse Principle“ oder der mit einem plakativen Slogan aufgepeppte Rausschmeißer „Hostis Humani Generis“ - F.O.A.D.!

Frontsau Mika Luttinen knurr-schreit in liebgewonnener Weise und IMPALED NAZARENE bleiben auch weiterhin eine verläßliche Extrem-Metal-Größe, die sich in gewisser Weise aber selber ihrer Möglichkeiten beraubt. Der eine oder andere episch-majestätische Part würde etwa nicht schaden, das hatten sie teils schon mal aufregender und abwechslungsreicher drauf. Fast schon putzig in ihrer Berechenbarkeit und provokanten Infantilität (man beachte etwa das Albumcover von ex-Basser Taneli Jarva) liefert die Band aus dem Land der tausend Seen mit „Vigorous and Liberating Death“ ein sehr solides, wenn auch (erwartet) wenig überraschendes Album ab, das an das gute “Road To The Octagon” anknüpft und mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert musikalischen Terror aus der Saunahütte ImpNaz feiert.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (10.04.2014)

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