Prong - Ruining Lives

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VÖ: 25.04.2014
Bandinfo: PRONG
Genre: Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

In den Achtzigern als frisches, junges und innovatives Trio gestartet, war die Band neben Combos wie BIOHAZARD, TYPE O NEGATIVE, DANZIG etc. eine wunderbare, frische Alternative zur End-Thrash-Zeit und zum Hochzeiten-Death Metal-Geballer, zumindest für alle Leute, die wie ich, schon immer mal gern über den Tellerrand schauten und dabei Bands entdeckten, die wiederum von anderen Genres befruchtet wurden. “Beg to Differ“ und „ Prove You Wrong“ schlugen im Underground ein wie eine Bombe, „Cleansing“ enthielt veritable Metal-Disco-Hits, nach „Rude Awakening“ (1996) war Sendepause bei den New Yorkern, die Comeback-Alben des neuen Jahrtausends hatten zwar ihre Momente, konnten insgesamt aber nicht zünden. Anders verhält es sich mit vorliegendem Album Nummer Vier seit dem 2003er „Scorpio Rising“. PRONG blieben in den letzten Jahren eher aufgrund der Tommy Victor-Aktivitäten bei MINISTRY und DANZIG im Gedächtnis vieler Musikfans denn aufgrund herausragender Alben, wenngleich „Carved In Stone“ schon kräftig in die richtige Richtung zeigte. „Ruining Lives“ bringt nun die Victor-Stammcombo endgültig wieder zurück auf den Radar der breiteren Metal-Öffentlichkeit und dokumentiert über die Zeit die Metamorphose von der früheren Hardcore-Beeinflussung über die Industrialphase hin zu groovig-thrashigem PRONG-Metal.

Das neue Langholz präsentiert PRONG mit zeitgemäßem, fettem Härtnersound, breitwandig-knackigen Riffs und trocken-bretthartem Sound. Der explosive Kracher „Turnover“ eröffnet das Album, aber auch das folgende „The Barriers“ steht dem kaum nach. Lässige und einprägsame Hooklines zeichnen das Album von Anfang an aus. Zudem kommen die Songs auf den Punkt und begeistern mit viel Drive und leichtfüßiger Dynamik, hier kommt keine Langeweile auf. Der PRONG-Mastermind scheint nach den zuletzt gezeigten, teils durchwachseneren Leistungen doch die Kurve gekriegt zu haben. „Windows Shut“ etwa besticht mit hypnotischen Zwischenspielen, vom treibenden „Remove, Separate Self“ über den Stakkato-Klopfer „The Book Of Change“ und dem Mitbrüll-Titeltrack hin zu nachdenklicheren und emotionaleren Songs wie „Absence Of Light“…Meister Victor hat sich was überlegt, den Fans ein wirklich gutes Album schenken zu können. Einiges bleibt jedoch gleich…Tommy Victor ist noch immer kein Gesangsgott und der eine oder andere wird sich auch weiterhin an seiner Stimme stoßen, aber gerade in einem Track wie dem Uptempotrack „Chamber Of Thought“ kommt genau diese Trademark gut zur Geltung. Auf volle Albumlänge schleicht sich trotz des hohen Hitfaktors doch ein leichtes "Schleifen"-Gefühl ein, was Abzüge bringt. Ich darf wohl für mehrere langjährige Wegbegleiter der Band in der Redaktion sprechen: „Ruining Lives“ ist als Gesamtpaket die beste PRONG-Scheibe seit langer Zeit, für die - je nach Sichtweise - auch ein halber Punkt mehr gerechtfertigt wäre!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (14.04.2014)

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