Ancient Bards - A New Dawn Ending

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VÖ: 25.04.2014
Bandinfo: ANCIENT BARDS
Genre: Symphonic Metal
Label: Limb Music
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem die Italiener von ANCIENT BARDS 2010 und 2011 direkt zwei Alben rausgeschmettert haben, war es wohl an der Zeit, dem dritten wegweisenden Album ein bisschen Zeit zu geben und es nicht wie einen Schnellschuss wirken zu lassen. Allein die Spielzeit von mehr als 70 Minuten zeigt auf, dass man sich durchaus Gedanken gemacht hat, wie man den Longplayer denn mit ordentlich Material füllen könnte. Zwischendurch hat Sängerin Sara Squadrani ihre Stimme noch AYREON zur Verfügung gestellt und anschließend wurde das dritte und neue ANCIENT BARDS-Werk "A New Dawn Ending" finalisiert.

Trotz der Wartezeit von knapp drei Jahren hat sich im Hause ANCIENT BARDS musikalisch nicht viel verändert. Intro und Opener verdeutlichen ohne jeden Zweifel, dass die Italiener nach wie vor melodischen, sehr episch angehauchten Symphonic Metal fabrizieren. Fette Chöre umranden das Geschehen und die prägnante und extrem kraftvolle Stimme von Sara Squadrani drückt den Songs ihren Stempel auf. Unter all den symphonischen Female-Fronted-Bands wirkt es trotz allem ja fast schon erfrischend, dass die gute Sara nicht eine weitere Opernjaulerin verkörpert, die die Ohren klingeln lässt und diese Aussage meinerseits soll jetzt gar nicht beleidigend gegenüber Genrekollegen wirken. Es soll letztlich nur verdeutlichen, dass auch kraftvolle Stimmen im Female-Bereich eine Daseinsberechtigung haben.

Ansonsten bleiben sich ANCIENT BARDS auch auf ihrem dritten Werk durchweg treu. Ob nun hymnisch ("Across This Life") oder balladesk ("In My Arms") - die Jungs und das Mädel wissen mit ihrer ausdrucksstarken Musik durchaus zu begeistern. Selbst die überlangen Nummern "Showdown" und "A New Dawn Ending" lassen keine Müdigkeit bei mir aufkommen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Songs trotz ihrer gewaltigen Spielzeit genug Raum für eine tolle instrumentale Untermalung bieten, die man auch an jeder Ecke und Kante auszunutzen weiß. Auch Fabio Lione darf als Gast natürlich nicht fehlen, denn der Mann möchte ja ins Guinness Buch der Rekorde für die meisten Gastauftritte abseits seiner eigenen Band. Allerdings werden ANCIENT BARDS nicht umsonst häufig als RHAPSODY OF FIRE-Klon bezeichnet, was diesen Gastauftritt mehr als nur rechtfertigt. Einziger Unterschied? "A New Dawn Ending" ist 200 mal druckvoller, packender, interessanter und emotionaler als der letzte Output von Fabio Liones Mannen...

Am Ende geht man hier zwar kein großes Experiment ein, schafft es aber dennoch über weite Strecken, den Hörer bei Laune zu halten. Wer epischen Hymnen mit Überlänge was abgewinnen kann, der wird auch hier seine Momente haben, wo die Mundwinkel sich ganz weit nach oben ziehen. Es gibt einfach Bands, wo man keinen 180-Grad-Wandel braucht, um den Alben was abgewinnen zu können. Manchmal ist es gut, wenn man genau da weiter macht, wo man aufgehört hat. ANCIENT BARDS gehören aber auch zu denjenigen, die ihre Kompositionen so geschickt verpacken, dass keine Langeweile aufkommen mag und man daher locker drüber hinwegsehen kann, dass man hier musikalisch im Prinzip nichts Neues geboten kommt. Die Scheibe bietet Qualität und verliert sich trotz der extrem langen Spielzeit auch nicht im Nirgendwo.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (19.04.2014)

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