Brother Firetribe - Diamond In The Firepit

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VÖ: 02.05.2014
Bandinfo: BROTHER FIRETRIBE
Genre: Melodic Rock
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste

BROTHER FIRETRIBE sind für Connaisseure von Melodic-Sounds wahrlich keine Unbekannten mehr. Die Finnen um NIGHTWISH-Gitarrist Emppu Vuorinen bestechen schon seit Jahren mit Klasse-Melodien und cremigen Arrangements. Spätestens mit dem zweiten Album „Heart Full Of Fire“ (2008), das etwa mit „Who Will You Run To Now?”, “Runaways” oder “Game They Call Love” veritable Hits enthielt, setzten die Suomis ihre Duftmarken in der internationalen AOR/MelodicRock-Landschaft. Warum die Anhängerschaft nun satte sechs Jahre auf den Nachfolger warten mußte, ist unklar. Wenn man nach einer so langen Absenz im zunehmend härter umkämpften Markt reüssieren will, muß man allerdings einen amtlichen Longplayer veröffentlichen.

Doch alle Bedenken sind unbegründet, schon der Opener „Love's Not Enough“ ist ein Überflieger, der einen auf eine Reise über die Wolken mitnimmt und fast in die Stratosphäre hinausschießt. Mit luftiger, offenkundig traumwandlerischer Sicherheit münden die einprägsamen Hooklines und ultrageschmeidigen Arrangements samt Ausnahme-Melodien, mehrstimmiger Chorusse und ergreifender Harmonien in den großen, packenden Fluß des energiegeladenen neuen Albums. Die erste Single "For Better Or For Worse", „Edge Of Forever“, “Far Away From Love”, "Edge Of Forever", "Hanging By A Thread", "Trail Of Tears" etc. – man kann sich kaum einen besseren, positiveren Soundtrack für Realitätsflucht im besten Sinne der Achtziger-Weichspül-Liga a la Weltklasse-JOURNEY meets blindes skandinavisches Meldodieverständnis a la TREAT & Co. wünschen.

Der Produktion wurde natürlich eine Extraportion Weichspüler beigemengt, allerdings nicht zuviel, sodass das Album nicht schmierig oder verklebt klingt, schön poliert wurde sowieso alles, aber das muß so (anderer Meinung können nur tiefschwarze Herzen sein, die ausschließlich musikalischen Beton mischen), ebenso wie der massive, allerdings perfekte Keyboardeinsatz. Totz aller Buntheit des musikalischen Straußes schimmert nicht zu viel Kitsch-Rosa durch, selbst langsamere Titel wie „Desperately“ wirken niemals cheesy oder zu glattgebügelt, dafür sorgt die genredienlich-knackige Riffarbeit. Perfekt ins Programm passt noch die SAMMY HAGAR-Coverversion von „Winner Takes It All“, welche das dritte Album des Fünfers um Sänger Pekka Ansio Heino äußerst stimmig abrundet.

"Diamond In The Firepit" ist ein äußerst professionell geschnürtes Rundumpaket für Genrefans, das wohl mit mächtig viel Spaß in den Backen und übersprühender Spielfreude eingespielt wurde und vor packenden Ohrenschmeichlern nur so strotzt. Nach der neuen H.E.A.T. (zum Review) der nächste Kracher dieses Jahres im MelodicRock-Bereich. Prognosen sind zwar immer etwas verfänglich, aber wer heuer noch gegen diese Überdrüber-Melodic-Wundertüte rankommen will, der muß echt verdammt viel auf dem Kasten haben!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (23.04.2014)

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