Elvenking - The Pagan Manifesto

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VÖ: 09.05.2014
Bandinfo: ELVENKING
Genre: Folk Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

ELVENKING waren ja immer schon ein Fall für sich. In regelmäßigen Abständen warfen die Italiener innerhalb der letzten Jahre gutklassige Alben mit so manch unausgegorenen Momenten auf den Markt. Als ständiger Geheimtipp im Elfenbeinturm des melodischen Power Metals gehandelt, konnten die beiden letzten Outputs trotz so mancher zwiespältiger Reaktion aus meiner Sicht sehr überzeugen. Den zwar schon etwas ausgetretenen Pfad, den die sympathischen Jungs mit "Red Silent Tides" und "Era" ausgebaut haben, wird nun auch mit "The Pagan Manifesto" konsequent fortgesetzt. Und obwohl ELVENKING ihre stilstische Ausrichtung seit ihrer Gründung nicht um einen Hauch verändert haben, kann man den Italienern in punkto Power, Professionalität und Songwriting-Kompetenzen im Laufe der Jahre immer mehr positive Credits gutschreiben.

Man muss es natürlich auch bei diesem Album wieder vorneweg sagen: Der ganz (erhoffte) perfekte Output ist es auch dieses Mal nicht geworden. Warum? Weil ELVENKING es zwar einmal mehr schaffen, ein rhythmisches, treibendes und zu großen Teilen eingängig-mitreißendes Album zusammenzuzimmern, es aber im Endeffekt nicht ganz schaffen, den Spannungsbogen zu halten und eine ganz runde Sache daraus zu machen. Natürlich gehen Songs wie "Black Roses For The Wicked One", "The Druid Ritual Of Oak" oder "Elvenlegions" sofort ins Ohr und überzeugen mit bassgetriebenen Gitarrenläufen und eingängigen Hooks. Auch in ruhigeren Momenten, die eine starke Folk-Schlagseite aufweisen (wie etwa bei "Grandier's Funeral Pyre"), zeigen ELVENKING ein stetig gewachsenes Gefühl für die feinen Nuancen, die aus so manchem Song einen wirklichen Kracher werden lassen. Während "Moonbeam Stone Circle" ebenso auf das europäische Power Metal-Gaspedal tritt, zeigen sich beispielsweise bei "The Solitaire" aufgrund seines etwas zu simplen Aufbaus schnell ein paar Abnutzungserscheinungen, von denen auch der monumentale Quasi-Opener "King Of The Elves" teilweise etwas betroffen ist. So gut (und kitschig) die Grundidee bei diesem Song auch ist, über gute zwölf Minuten lässt sich der Hörer einfach nicht an dieses Stück fesseln. In dieser (progressiven) Hinsicht muss da einfach noch mehr kommen...

Nichts desto trotz muss zusammenfassend aber konstatiert werden, dass "The Pagan Manifesto" ein Album ist, auf das sich Fans von EDGUY, FALCONER und Co auf alle Fälle stürzen sollten. Ist die Platte klischeebeladen? Ja, natürlich! Ist der Gesang von Fronter Damnagoras immer noch etwas gewöhnungsbedürftig? Irgendwie schon. Ist das Ganze aber konzeptuell konsistent und musikalisch überzeugend? Für Fans von stark melodischem Power Metal mit europäischer Breitseite auf alle, alle Fälle. Auch wenn es viele nicht glauben wollen, aber in diesem Subgenre zählen ELVENKING einfach zu den interessantesten Vertretern. Auch wenn "The Pagan Manifesto" nicht zum Ritterschlag taugt, mehr als gut ist diese Scheibe allemal. Reinhören und mitsingen lautet hier die Devise - weiter so!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (30.04.2014)

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