Kaunis Kuolematon - Kylmä Kaunis Maailma

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VÖ: 25.04.2014
Bandinfo: KAUNIS KUOLEMATON
Genre: Melodic Death Metal
Label: Violent Journey Records
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Lineup  |  Trackliste

2012 von Mikko Heikkilä (BLACK SUN AEON) ins Leben gerufen, beehren uns KAUNIS KUOLEMATON nun nach einer Demo und einer EP mit ihrem ersten Studioalbum. Als Melodic Death Metal klassifiziert, wird diese minimalistische Beschreibung dem musikalischen Schaffen der Finnen kaum gerecht, finden sich doch sowohl progressive Anleihen als auch geradezu avantgardistische Konstrukte in der schwermütigen Soundwand, die mit seiner bleiernen Schwere oft schon partiell in den Doom-Bereich abgleitet.

Viel mehr als schnöde Stilbeschreibungen, ist das Album aber eine Vertonung von Gefühlen, geradezu ein verstörend tiefer Einblick in die finnische Seele - geprägt von unsterblicher Schönheit und erhabener Melodie, gepaart mit schneidender Härte, klirrender Kälte und der den Nordmännern eigenen eigenbrötlerischen Melancholie. Passend dazu der Titel des Albums: "Kylmä Kaunis Maailma" - Kalte, schöne Welt.

Bereits mit dem Opener "Pimeyden Valtakunta", ein schwermütiger Brecher der mit "Dunkles Reich" übersetzt werden kann, taucht man ab in einen Kosmos der Melancholie und wird von erhabenen Melodien eingesponnen. Im Laufe des Albums mit seinen vielschichtigen Kompositionen findet man sich staunend wieder in beeindruckenden Naturlandschaften, und wird niedergeworfen von der erdrückenden Grausamkeit der eisigen Kälte.

In wahrhaft dunklen Gewässern segeln KAUNIS KUOLEMATON mit "En Ole Mitään" (Ich bin nichts) - stellvertretend für die Gesamtheit des Albums treffen bleischweres Riffing und derbe Growls von Olli Suvanto auf wunderbar melodische, melancholische Gesangslinien des clean singenden Bandleaders Mikko Heikkilä. Überwiegend im Midtempo angesiedelt, scheuen sich die Finnen auch nicht prägnante Keyboard-Melodien in ihre schwermütigen Songs einzubauen, wie man das bei "Sieluni Sirpaleet" (Seelensplitter) wunderbar zu Hören bekommt.

Langsam und bedächtig rollt das traurige-schöne "Aamu" (Morgen) heran, und lädt dazu ein seinen düstersten Gedanken nachzugeben. Niederschmetterndes Riffing mit wütenden Growls trifft bei "Kivisydän" (Steinernes Herz) auf zart-zerbrechliche Pianoklänge, während bei "Kuolematon" in partiell flotterem Tempo die Unsterblichkeit in all seinen schaurig-schönen Facetten besungen wird. Selten unter der Fünf-Minuten-Marke angesiedelt gönnen die Finnen ihren klangreichen Stücken ausreichend Zeit sich zu entfalten und auf den Hörer zu wirken, ohne dabei ermüdend oder gar langweilig zu werden.

KAUNIS KUOLEMATON kreieren mit "Kylmä Kaunis Maailma" alles andere als leichten Stoff, und verdienen, ja fordern sogar dass man sich eingehend mit den düsteren Kompositionen auseinander setzt. Einmal in die melancholische Welt der Finnen eingetaucht, lässt einen die Magie dieses Albums kaum wieder los, fesselt den Hörer in ausschweifende Klangwelten, wo die Schwere der erhabenen Kompositionen einen schier zu Boden drückt, und im ersten Moment sprachlos zurücklässt. Ein extrem starkes Debüt aus dem hohen Norden!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (07.05.2014)

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