Chainreaction - A Game Between Good And Evil

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VÖ: 30.05.2014
Bandinfo: Chainreaction
Genre: Melodic Metal
Label: Pure Underground Records
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Lineup  |  Trackliste

Ein Debüt aus dem hohen Norden, genauer gesagt aus der Hansestadt Hamburg, flattert mit "A Game Between Good An Evil" von CHAINREACTION auf den heimatlichen Seziertisch. Die vier Deutschen bieten Female Fronted Metal der etwas anderen Sorte, frei von symphonischem Kitsch und eher dem klassisch rifflastigen Melodic Heavy Metal zuzurechnen - am ehesten vergleichbar mit den Finnen von BATTLE BEAST, wenn auch Sängerin Conny Bethke gesanglich in etwas tieferen Tonlagen angesiedelt ist.

Der flotte Opener "Have No Fear" kommt gleich einmal überraschend hart um die Ecke und erinnert mit seinem zweistimmigen Riffing ein wenig an RUNNING WILD, eine Anleihe die sich auch bei dem groovigen "Stolen Fire" fortsetzt. Gesanglich kann das rauchige Organ von Conny Bethke am ehesten mit einer etwas tiefer gestimmten DORO verglichen werden, während man dem Riffing anmerkt, dass mit Scott Bölter der Ex-STORMWARRIOR-Gitarrist die Axt schwingt. Doch Scott beschäftigt sich nicht nur mit dem Sechssaiter, den er bei dem schnellen "Straight From Hell" teilweise zweistimmiges Stakkato-Riffing entlockt, er steuert dem Album auch einige derbere Gesangslinien als Kontrapunkt bei.

Ein wenig cheesy dafür "Anthem For Humanity" in dem CHAINREACTION sozialkritische Aspekte in die Lyrics verpacken und ein bißchen für den Weltfrieden werben. Erneut flotter und mit den bekannten Anleihen bei RUNNING WILD und STORMWARRIOR geht es bei "Warrior" und "Where Is God" weiter - letzteres geht mit einigen gut platzierten Tempowechseln und tollem Solo sogar ein wenig in die Power-Metal-Ecke. Lediglich die Produktion ist hier stellvertretend für weite Strecken des Albums ein klein wenig zu bekriteln, ist zwar musikalisch alles im grünen Bereich, doch der Gesang häufig zu dumpf und zu leise gemischt.

Melodisch und ruhig geht es bei "Dreaming" zu Werke, obwohl der sehr schön auf die Sängerin zugeschnittene Song im Refrain durchaus auch ein paar hartmetallische Momente aufweisen kann. "Wash My Tears" galoppiert dann wieder voran und erinnert ein wenig an MAJESTY, während bei "Be Honest" noch einmal die Speed-Keule ausgepackt wird und sich die Instrumentalisten noch einmal ordentlich austoben dürfen. Einen hochmelodischen Abschluss gibt es dann mit dem Bonus "Born To Rock", einem coolen Ohrwurm mit lässigem Groove der klingt als wäre er direkt aus den Golden 80's importiert worden.

CHAINREACTION mixen traditionelles teutonisches Riffing mit einer eher unüblichen Female-Fronted-Ausrichtung, die an eine etwas härtere Variante von DORO denken lässt. Zwar bieten die vier Hamburger mit ihrem Debüt "A Game Between Good And Evil" wenig Neues, doch sie machen ihre Sache wirklich gut und verstehen es ihr Album trotz den klassischen Metal-Elementen nicht langweilig klingen zu lassen. So hat man trotz dieser gewissen 'schon mal irgendwo gehört'-Attitüde nicht das Gefühl einem seelenlosen Klon zu lauschen. Daumen Hoch!

Anspieltipps: "Straight From Hell", "Dreaming", "Born To Rock"



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (26.05.2014)

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