Rage - The Soundchaser Archives

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VÖ: 23.05.2014
Bandinfo: RAGE
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Klar, ein Bandjubiläum muß würdig begangen werden, 30 Jahre Metal teutonischer Prägung durchzuziehen, ist schließlich nicht ohne. Dies alles ohne wirkliche Unterbrechungen und mit beängstigender Konstanz in puncto Veröffentlichungen. Nett ist es mitanzuhören, wie sich die RAGE heutiger Tage von jenen zu "Reign Of Fear" oder "Execution Guaranteed"-Zeiten unterscheiden und sich entwickelt haben. Ein paar Jahre mehr und Kopfhaare weniger kredenzen uns die Herner eine fette Doppel-CD (samt DVD vom “Masters of Rock” Festival 2013) mit zahlreichen, sich über die Jahre angehäuften Raritäten.

Mastermind Peavy hat mächtig tief im wahrscheinlich äußerst umfangreichen Bänder- bzw. Digitalarchiv gegraben und so manche Special Version von RAGE-Titeln ausgegraben, die nun als eine fast abenteuerlich anmutende Ansammlung von allen möglichen Veröffentlichungsvarianten von RAGE-Songs veröffentlicht wird. Auf die einzelnen Stücke auf dieser fetten Doppel-CD detaillierter einzugehen, würde wohl den Rahmen sprengen, ein paar Spezialitäten seien dennoch genannt. Auf "The Soundchaser Archives" tummelt sich so manche Spezialität, der Bogen spannt sich vom "Trapped"-Album (1992) bis hin zur Gegenwart, wo mit "The Speed Of Sound" aus Ideen von 1996 ein neuer, catchy klingender Song gebastelt wurde.

Dazu gesellen sich brandneue Titel (das gelungene "Anybody Home?"), diverse Demo- und Alternativ-Versionen, Leftovers ("Here Comes The Night"), (Japan-)Bonustracks etc. Mit "Down To The Bone" wurde (neben dem Albumtrack "Assorted By Satan") gar ein AVENGER (prä-RAGE)-Track von der EP entstaubt. Weiters interessant die von Gitarrist Victor Smolski umarrangierten Klassik-Stücke "Fugue No. 5" und "French Bourrée" (beide von J.S. Bach) sowie ein gänzlich unveröffentlichtes (Demo-)Stück "Waterfalls" (naja).

Diese Raritäten-Compilation ist ein abwechslungsreiches Potpourri, das selbstredend sowohl qualitäts-, als auch aufnahmetechnisch variiert. Der Frontmann mit dem markanten Sangesorgan hat den Doppeldecker nur mit eigenem Material bestückt, die sonst auf solchen Compilations teils üblichen (und auch bei den NRWlern im Fundus vorhandenen) Coverversionen blieben hier außen vor, auch die Lingua Mortis-Schiene wird nur mit der " From The Cradle To The Grave"-Version angeteasert, die Endachtziger/Frühphase der Band bleibt außen vor.

Für Band-Neueinsteiger ist diese Zusammenstellung nur bedingt geeignet, Gelegenheitskäufern dürfte dieser Archiv-Überblick wohl aufgrund der ebenfalls draufgepackten Live-DVD Anreiz zum Kauf bieten, Die Hard-Fans müssen das Doppelalbum sicher allein schon wegen des neuen Songs "Anybody Home?" erwerben. Alle zusammen können sodann aber vereint auf der anstehenden Jubiläumstournee gemeinsam bangen, drei Dekaden deutsche Metalgeschichte feiern und auf weitere starke RAGE-Alben hoffen.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (18.05.2014)

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