Nightmare - The Aftermath

Artikel-Bild
VÖ: 23.05.2014
Bandinfo: Nightmare
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Heavy Metal ist out? Heavy Metal klingt altbacken, ausgelutscht? Heavy Metal klingt nach Achtzigern, ist zu soft und hat den Anschluss an die Moderne verpasst? Echt? Dann hört euch mal die neue Scheibe von NIGHTMARE an, betitelt "The Aftermath"! Hier wird euch eindrucksvoll gezeigt, wie eine klassische Heavy/Power-Metal Scheibe auch im Jahre 2014 zeitgemäß klingen kann. Und ja, auch alle, denen die Produktion egal ist, dürfen sich auf eine unterhaltsame Dreiviertelstunde freuen.

Eine Albumkritik in erster Linie an der Produktion aufzuhängen mag für viele, zu Recht, nicht aussagekräftig genug sein. Schließlich steht der Grundgedanke, die Musik, ja zuletzt immer hinter der entsprechenden Inszenierung. Normalerweise geht auch der Verfasser mit dieser Meinung konform. Doch nach dem Einlegen von "The Aftermath" fällt der knallige, druckvolle Sound nun mal als allererstes auf. Darüber hinaus zeigt man praktisch im Paradebeispiel, wie Samples und elektronische Elemente auch extern des Songwritings als Bonus eine Produktion aufwerten können. Das mag für manche vielleicht überproduziert klingen und hat mit einer basischen, organischen Aufnahme rein gar nichts mehr zu tun. Jedoch ist es imposant, wie eine Metalband klassischer Prägung mit ein bisschen mehr Wumms im Sound sämtlichen Modern Metal Bands die lange Nase zeigt, ohne selbst ihre Trademarks zu verraten. Für den Sound verantwortlich zeichnet übrigens Mario Lochert, der unter anderem bereits Scheiben von SERENITY und GRAVEWORM veredelt hat und bei EMERGENCY GATE aktiv am Bass dabei ist. Dafür einfach mal ein großes Lob!

Aber gut, allen Schnickschnack bei Seite, auch die Kompositionen können durchweg überzeugen, obwohl es hier und da ein wenig an Abwechslung mangelt. Den Hörer erwartet harten, klassischen Heavy- und Powermetal mit thrashiger US-Schlagseite in den Strophen, sowie eingängige und unkitschige Hymnen-Refrains. Da fallen einem als Referenzen sofort BRAINSTORM, MYSTIC PROPHECY und ICED EARTH ein, aber auch die SONS OF SEASONS, THUNDERSTONE und MASTERPLAN hinterlassen ihre Fingerabdrücke im Gesamtbild. Das Ganze geht mal härter wie bei "Necromancer", mal epischer wie bei "Invoking Demons" oder auch einfach punktgenau und hittauglich wie bei "Forbidden Tribe". Das Grundrezept wird leider nur marginal variiert, weshalb sich gen Ende ein wenig Eintönigkeit breit macht. Dennoch kann jeder Song für sich überzeugen, Ausfälle gibt es keine zu vermelden. Besonders hervorzuheben ist die gesangliche Leistung Jo Amores mit seinem Timbre irgendwo zwischen Jorn Lande, Rick Altzi, Nils Patrik Johansson und Ronnie James Dio, der dem ganzen Paket die Krone aufsetzt.

Fazit: Geile Scheibe mit absolut zeitgemäßem Sound, die den klassischen Metal eindrucksvoll in die heutige Zeit hievt. Nicht verpassen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (26.05.2014)

WERBUNG: One Desire
ANZEIGE
WERBUNG: VADER - Solitude In Madness
ANZEIGE