Allegaeon - Elements Of The Infinite

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VÖ: 20.06.2014
Bandinfo: ALLEGAEON
Genre: Melodic Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

ALLEGAEON haben schon mit ihrem Debütalbum “Fragments Of Form And Function” aufhorchen lassen – die damals von Kollegen Reini bemängelte fehlende Originalität wurde durch die gelungene Kombination aus technisch hervorragender Gitarrenarbeit und eingängigen Songs mehr als aufgewogen. Diese Kombination aus melodisch-thrashigen Death Metal und technischen Fähigkeiten hatten damals (neben den von Reini erwähnten ARCH ENEMY) nur PSYCROPTIC in ähnlicher Güteklasse zu bieten.

Nach dem Nachfolgealbum „Formshifter“ haben die Amis jetzt mit „Elements Of The Infinite“ die nächste Scheibe am Start. Und auch hier ist wieder eine Weiterentwicklung des ALLEGAEON-Sounds hörbar. Ausgestattet mit neuem Drummer und neuem Gitarristen, richten sich ALLEGAEON deutlich mehr in Richtung progressivem Death Metal aus. Nur den Bandnamen haben sie nicht geändert oder vereinfacht (zu viele Vokale, Jungs!).

Die neue Ausrichtung äußert sich zunächst einmal im vermehrten Einsatz von Synthesizern und genrefremden Elementen. So startet das Album bei „Threshold Of Preception” gleich mal mit einem symphonischen Intro, das man eher von aktuellen DIMMU BORGIR erwartet hätte, und passend dazu folgt später im Song fast Black Metal-artiges Gekeife von Frontmann Ezra. Auch in anderen Songs findet man diese, bei „Fragments…“ noch nicht vorhandenen Elemente, etwa bei „Dyson Sphere“ wieder ein Synthie-Intro und weiblichen Background-Gesang.

Das funktioniert bei den angesprochenen Songs ganz gut, warum aber zum Beispiel am Ende von „Through Ages Of Ice - Otzi's Curse“ Düster-Synths gepaart mit Dschungeltrommeln eingesetzt wurden, wissen nur die Jungs selber.

Der auf „Elements…“ spürbare größere Mut zu neuen Ideen schafft es einerseits, das Album auch nach mehreren Durchläufen noch interessant zu machen. Andererseits fehlt dadurch gerade das Element, das „Fragments…“ so stark gemacht hat, nämlich die verspielte Brachialität. Die eingängigen Songs, die schon beim ersten Durchhören überzeugen können (wie auf „Fragments…“ zum Beispiel „Across The Folded Line“ oder „Biomech – Vals No. 666“), fehlen auf „Elements“ zum großen Teil. Zwar sind auch hier starke Songs mit dem einen oder anderen einprägsamen Refrain vorhanden, etwa das ganz starke „1.618“ oder „Through Ages Of Ice - Otzi's Curse“ (bis auf das Outro…), aber bei „Biomech II“ (das das angesprochene „Biomech…“ von „Fragments…“ wieder aufgreift) wird das Dilemma von ALLEGAEON deutlich: „Biomech II“ ist verspielt und progressiv – aber der Song fräst sich nicht so ins Hirn wie der Vorgänger. Und dass das Konzept mit „Fortsetzungs-Songs“ nicht immer greift, hat man schon bei größeren Bands wie METALLICA gesehen (wo man „Unforgiven“ schrittweise demontiert hat).

Abseits von allen stilistischen Experimenten ist „Elements Of The Infinite“ auf jeden Fall ein starkes Album geworden, das vor allem Freunde des leicht technisch-progressiv angehauchten Melodic Death Metal ansprechen kann. Und dass bei ALLEGAEON eine deutliche Weiterentwicklung stattgefunden hat, ist auf „Elements Of The Infinite“ an allen Ecken und Enden spürbar – nur ob diese Weiterentwicklung in die richtige Richtung gegangen ist, muss jeder Hörer selbst entscheiden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (12.06.2014)

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