Peter Pan Speedrock - Buckle Up And Shove It

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VÖ: 30.05.2014
Bandinfo: Peter Pan Speedrock
Genre: Rock´n´Roll
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Auch wenn KNORKATOR den Titel "Die meiste Band der Welt" für sich beanspruchen, zumindest von der reinen Gig-Anzahl könnte man diesen auch PETER PAN SPEEDROCK zuschreiben. Man will ja nach wie vor mehr Konzerte gespielt haben als die RAMONES. Ruhig wurde es dahingehend bezüglich der Veröffentlichungen, die letzte Platte "We Want Blood" hat nun schon gute vier Jahre auf dem Buckel. Jetzt aber steht "Buckle Up And Shove It" in den Startlöchern. Und viel geändert hat sich nicht.

Nein, das wäre auch nicht Sinn der Sache, musikalisch bleibt man konstant. Auch wenn im Presse-Sheet vermerkt wird, man nutze "stellenweise ein Quäntchen mehr Melodie", einen spür- und hörbaren Unterschied ergibt das nicht. Es gibt immer noch authentischen "Auf-Die-Fresse-Rock'n'Roll" mit Punkiger Note, diesmal als Premiere sogar im neuen heimelischen Studio aufgenommen. Und über allem schwebt als Vorbild immer noch MOTÖRHEAD. Ironischerweise zünden die Stücke, die am meisten nach MOTÖRHEAD klingen dann auch am ehesten. Die speedigen Nummern "Tunnelvision" und "Note To Self" sowie das Titelstück transportieren den Rock'n'Roll Flair am besten direkt ins Zentrum des Hörers, der sich gar nicht gegen den Impuls wehren kann, die nächste Bierflasche zu köpfen. Auch der Rausschmeißer "Heart Full Of Soul", ein THE YARDBIRDS-Cover mit Spark Retard von DEMENTED ARE GO an den Guest-Vocals macht in diesem Kontext einfach unheimlich Spaß.

Auf der anderen Seite krankt das Songmaterial leider immer dann ab, wenn man versucht, etwas unabhängiger zu komponieren. Das Eröffnungstrio aus der Single "Get You High", dem Midtempo Stampfer "Whatever Man", sowie "Murdertruck" sind zwar allesamt makellos das Zielpublikum bedienende Rocker, verpassen es auf der anderen Seite aber auch, eigene Akzente zu setzen. Das dargebotene Material rauscht kurzweilig vorbei, nistet sich aber auch nicht wirklich in den Gehörgängen ein. Was schade ist, da man mit dem thrashigen "Deadringer" und dem abgedreht bluesigen "Doin' The Nasty" eigentlich beweist, welches kompositorische Talent in PETER PAN SPEEDROCK schlummert.

Fazit: Nix neues aus Holland, dafür viel Rock'n'Roll und viel Attitüde. Für das Zielpublikum gefundenes Fressen, wenngleich man dank fehlender eigener Note wohl auch nur dort richtig punkten wird. Trotzdem, angenehm kurzweilig.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (01.06.2014)

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