Noctem - Exilium

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VÖ: 07.04.2014
Bandinfo: NOCTEM
Genre: Death Metal
Label: Art Gates Records
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Lineup  |  Trackliste

Spaniens wohl bedeutendster Black/Death Metal-Export NOCTEM hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlebt und bewiesen, dass es sich doch lohnen kann, sich für vermutlich Appel und Ei den Allerwertesten abzuspielen, um in anderen Ländern Fuß zu fassen. Vom regionalen Trüppchen hin zum internationalen Act haben die Herren sich gemausert, der derzeit sogar mit Größen wie AETERNUS und TAAKE die Bühnen unsicher macht. Und auch musikalisch haben sich NOCTEM stetig weiterentwickelt, die neuste Stufe dieser Evolution repräsentiert ihr aktuelles Werk „Exilium“.

Auf diesem zeigen sich die Spanier, deren Sound deutlichst von Bands wie BEHEMOTH und zuweilen auch etwas DIMMU BORGIR beeinflusst ist, gewohnt düster, schnell und brutal. Hämmernde Drums, peitschendes Riffing, gepaart mit flirrenden Leads, und aggressive, durchdringende Growls und Screams beherrschen die Soundlandschaft, nur selten wird diese durch kurze, ruhigere Parts, Interludien und Chöre („Halo Of Repugnance“) aufgelockert. Eindruck hinterlässt vor allem der technische Anspruch der Band, durch den die Brutalität und Unbarmherzigkeit der Songs erst richtig zur Geltung kommt.

Eben dieser wird der Band jedoch letztenendes auch zum Verhängnis. Während Bands wie die genannten BEHEMOTH erst jüngst mit „The Satanist“ bewiesen haben, dass sich Brutalität und Technik hervorragend mit intensiven Emotionen vertagen und sogar zu einer umso stimmungs- und wirkungsvolleren Einheit verschmelzen, knüppeln NOCTEM zumeist eher gefühlskalt und steril vor sich hin und können so einfach nicht wirklich zum Hörer durchdringen. Verstärkt wird so auch der Eindruck, dass die Songs wenig individuell sind, sondern sich untereinander stark ähneln. Das zusammen wiederum führt dazu, dass „Exilium“ weniger Eindruck hinterlässt und sich so auch weniger im Gehör festsetzt. In der Tat kann man sich nach dem Konsum des Albums leider nicht an sonderlich viel erinnern und verspürt so auch nicht den dringenden Wunsch, das Werk wieder und wieder hören zu wollen. Schade, insbesondere da NOCTEM mit dem einnehmenden Zwischenstück „Egregor“ und teilweise auch dem abschließenden "The Adamantine Doors" zeigen, dass es ihnen nicht an den Fähigkeiten fehlt, sich emotionaler und abwechslungsreicher zu zeigen.

Nichtsdestotrotz haben NOCTEM mit „Exilium“ ein gutes Album am Start, das ihnen den Aufstieg in die Oberliga zwar eher nicht bescheren, doch zumindest ihren Status verfestigen und untermauern wird.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Katharina Beck (05.06.2014)

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