Nothing More - Nothing More

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VÖ: 27.06.2014
Bandinfo: NOTHING MORE
Genre: Alternative Metal
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Es ist seit vielen Jahren Usus, dem US-Amerikanischen jegliches Gespür für Kultur abzusprechen. Worauf diese Hybris fußt ist wenig nachvollziehbar, vielleicht aber gruppendynamisch zu erklären (der Omega, sie wissen...).

Aus einem Land dieser Größe, die noch dazu eine Unterhaltungsindustrie in kaum zu überbietendem Ausmaß seit 100 Jahren (give and take klarerweise) ihr eigen nennt, kommt natürlich viel vernachlässigbares, viele Ergebnisse musikalischer (filmischer, literarischer, etc.) Massentierhaltung. Tage, Wochen könnte man sich darüber das Maul zerreißen und zu keinem Ergebnis kommen, und ist man ehrlich ist ja auch der alte Kontinent (und, wenn man ehrlich ist) der Rest der unterhaltenden Länder des Planeten nicht vor Geschmacksverirrungen gefeit.

Musikalisch heißt das dann aber weitergehend, dass durch die Komplettdigitalisierung der Herstellung viel produziert wird. Sehr oder viel zu viel. Und das führt dann zum Punkt, dass wenn es eine erfolgreiche Marke auf dem Sektor der Musik gibt, diese nachgerade zu Tode kopiert wird. Oder man macht es so wie die Texaner von NOTHING MORE und nimmt das Beste aus dem Alternative Metal/Rock der Richtung DISTURBED oder auch LINKIN PARK (MUSE scheinen auch ein wenig durch), macht ein Album mit 15 Songs (zwei weitere auf der "digital version"), gibt dem Ganzen eine eigene Richtung mit Songs wie "Gyre" oder "God Went North" eine bisweilen extrem ruhige Richtung, experimentiert mit dem neunminütigen „Pyre“ zuletzt den Hörer in den Feierabend, haut in fast jedem Lied einen Refrain der Marke "Hymne" heraus und gibt zu guter Letzt noch ein wenig Prog dazu.

Das Resultat ist ein Rock/Metal-Album mit Hitgarantie, das sich allerdings nicht schon beim zweiten Durchgang zu Tode gehört hat. Fürs Genre ist man deftig heavy, der Gesang von Johnny Hawkins ist fantastisch und die Songs wirklich zwingend durcharrangiert. Mal groovig modern, mal autofahr-rockig und mal metallisch heavy. Ein Album mit locker zehn Singles und der Sicherheit, dass in den Staaten viel Blödsinn gemacht wird, harte, eingängige und hängenbleibende Rockmusik können sie aber schon schreiben. Wenn das Album gscheit beworben und vertrieben wird, sollte sich zumindest ein kleiner Hit ausgehen. Das Potenzial haben Band und Album auf jeden Fall!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (20.06.2014)

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