Septicflesh - Titan

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VÖ: 20.06.2014
Bandinfo: SEPTICFLESH
Genre: Melodic Death Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

SEPTICFLESH waren sicherlich nie als angepasste Musiker zu bezeichnen. Obwohl man die Band gerne als "Szeneurgesteine" verstehen wollte, so waren sie schon sehr früh kein Teil einer bestimmten Szene mehr. Zu Beginn ihrer "mittleren Schaffensperiode" war die Verwunderung groß, als SEPTICFLESH ziemlich radikal klassische Themen in ihre Musik inkludierten. Dabei war die Band immer originell, aber prinzipiell auch zwischen Genie und Wahnsinn zu verorten. Das Vorgängerwerk "The Great Mass" von 2011 war ein Album, bei dem die Band ihr verkopftes Potenzial bis zum Äußersten ausgelotet hat. Nun, mit dem Neuling "Titan", versucht man nicht, den Komplexitätsgrad noch weiter zu erhöhen, sondern den eigenen Weg konsequent voranzuschreiten. Und "Titan" ist um eine Spur weniger klassisch geworden als manche der Vorgängerwerke, obwohl fast jeder Song diese Elemente enthält. Aber sie sind eine Spur weniger aufdringlich als dies bei manchen Werken der mittleren Schaffensperiode wie z.B. "Ophidian Wheel" der Fall war.

Doch SEPTICFLESH haben nicht nur die Lust auf die musikalische Aggressivität wieder entdeckt. SEPTICFLESH setzen mit "Titan" vermehrt auf nachvollziehbare Songs und schmeißen auch einiges an Progessivität über Bord. Bereits "War in Heaven" macht die Hinwendung zu "alter Härte" deutlich, wenngleich der Song trotz gesteigerten Groovefaktors für SEPTICFLESH durchaus typisch klingt. "Burn" wiederum ist ein Hit, den man so nicht unbedingt erwarten konnte. Überraschend flott und mit einem interessanten Gitarrenspiel, sowie einprägsamen Vocals versehen, ist "Burn" sehr eingängig geworden. "Dogma" mischt Doom und Klassik geschickt, während "Prometheus" das gelungene Epos des Albums darstellt. Hier verknüpfen SEPTICFLESH die klassischen Elemente mit einer metallischen Schwere, wie das eben nur diese Band zu beherrschen scheint. Gegen Ende des Albums wird es nochmal ziemlich heftig, wenn "Confessions Of A Serial Killer" nach leicht verhaltenem Beginn plötzlich mit Blastbeats vor sich hin knüppelt. Auch wenn es natürlich nicht bei einem bloßen Durchtreten des Gaspedals bleibt, so ist dies einer der härtesten SEPTICFLESH Tracks der vergangenen 10 Jahre. Ähnliches gilt für das kaum klassisch angehauchte "Ground Zero" bei dem SEPTICFLESH sehr nahe am extremem Metal sind.

Somit ist "Titan" erneut eine mehr als zufrieden stellende Veröffentlichung. Ob man den Stil von "Titan" nun besser findet als jenen von "The Great Mass" ist pure Geschmackssache. Aus meiner (demnach zwangsläufig subjektiven) Sicht ist diese vermehrte Geradlinigkeit eine geschickte Idee, um die Songs aucn live-kompatibel zu gestalten und den Hang zur verkopften Komplexität zu unterbinden. Objektiv gesehen handelt es sich bei "Titan" ganz einfach um ein weiteres sehr starkes Album einer Band, die ihren eigenen Stil nicht nur gefunden, sondern auch perfektioniert hat.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: El Greco (21.06.2014)

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