STEVE HACKETT - Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall

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VÖ: 30.06.2014
Bandinfo: STEVE HACKETT
Genre: Art Rock
Label: Inside Out Music
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Lineup  |  Trackliste

GENESIS und kein Ende - langsam wird's unheimlich: der Herr Hackett verwaltet das Erbe der Prog-Kultband scheinbar gewissenhafter und akribischer als alle anderen ehemaligen und aktuellen Protagonisten zusammen. Peter Gabriel ist sowieso immer in seiner eigenen Welt unterwegs, Phil Collins gehört seit Jahren zu den Großverdienern im Pop-Business, und auch die eher bescheidenen Tony Banks und Mike Rutherford schneiden da und dort schön fett am Kuchen mit. Auch wenn man es nach fast 40 Jahren neulich das erste Mal geschafft hat, die Klassische GENESIS-Besetzung für eine Dokumentation zumindest in einen Raum zu bekommen, so ist eine Reunion momentan ebenso undenkbar wie jene von PINK FLOYD seinerzeit. Und was macht der Herr Hackett? Der liefert (den geschätzten 286 tourenden GENESIS-Klonen zum Trotz) ab, und zwar wieder mal gewaltig. Die Setlist ist ein noch ein wenig umfangreicher als auf "Live At Hammersmith" (2013), die Band hat sich unwesentlich verändert, der Sound ist erste Sahne, die Stimmung britisch gediegen. Der Song-Katalog führt querfeldein über alle fünf relevanten Platten, mit einigen Parallelen zum Vorgänger, aber diesmal ohne Solo-Stücke.

Dafür darf man sich über die Quasi-Live-Premieren von "The Fountain Of Salmacis", "Ripples", "Carpet Crawlers", "The Return Of The Giant Hogweed" und "Horizons" freuen, und natürlich gibt`s auch wieder das GENESIS-Zentralgestirn "Supper's Ready", bei dem man Peter Gabriel immer am schmerzhaftesten vermisst. Nad Sylvan macht seine Sache zwar durchaus toll, aber seine Stimme ist hier doch um einiges vom gewohnten Epizentrum entfernt. Herr Hackett findet dazwischen immer wieder Zeit für trockene Jokes - "It's time for some agnostic guitar" oder "I always wanted to play the Albert Pub", typisch britisch halt. Man kann ihn förmlich grinsen hören, und das während der gesamten, knapp dreistündigen Performance.

"Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall" bringt unterm Strich nichts Neues oder gar Ungehörtes, aber man gönnt dem alten Herrn seinen Bubentraum, einmal alleine diese Londoner Institution beschallen zu dürfen. Er genießt es, und wir mit ihm, selbst mir als Die-Hard-GENESIS-Connaisseur wird auch bei der zwölfundfuffzigsten Version von "I Know What I Like" (diesmal mit Ray Wilson am Mikro), "The Musical Box" oder "Firth Of Fifth" (featuring John Wetton) nicht langweilig. Die unvergleichliche Amanda Lehman veredelt das unterbewertete Kleinod "Ripples", und FLOWER KINGS-Chef Roine Stolt verzaubert "The Return Of The Giant Hogweed" mit seinen unverkennbaren Saitenklängen. In Anbetracht der inflationär logischen Höchstnote spare ich mir selbige aber hier, denn die, die sich hier angesprochen fühlen dürfen, wissen ohnehin Bescheid. You know who you are!



Ohne Bewertung
Autor: Mike Seidinger (26.06.2014)

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