Watch Out Stampede - Reacher

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VÖ: 06.06.2014
Bandinfo: WATCH OUT STAMPEDE
Genre: Post Hardcore
Label: Noizgate Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich mag WE CAME AS ROMANS tierisch gut. Wenn also eine Metalcore-Band antritt, muss sie da zumindest in die Nähe kommen. Kandidaten, die ich letzthin vor Mikro und Kamera hatten, waren BURY TOMORROW.

Und jetzt präsentieren NOIZGATE RECORDS mir das Album „Reacher“ der Bremer Band WATCH OUT STAMPEDE.
Den Fünfer gibt es seit 2011 und „Reacher“ ist ihr Studiodebut.

So, da knallen die vier Jungspunde also zehn Tracks auf den Markt und kümmern sich nicht darum, ob sie anderen Bands ähneln oder nicht – sie haben Spass, an dem, was sie tun! Das spürt man bei jedem Shout, jedem Riff oder Solo, jedem Breakdown.

Den Vorwurf, nicht wirklich innovativ und neu zu sein, werden sich die Jungs gefallen lassen müssen. Fraglich dabei ist, ob das eine negative Aussage sein muss.

Ich finde nicht. Klar, die Boys klingen szenetypisch; wütende Shouts, klare und sehr melodische Gesangsparts, fette Riffs und hämmernde Drums – Metalcore oder Post Hardcore halt!

Und das muss bei einem Debut nicht gerade mörderprogressiv daherkommen. Da mag ich es lieber unbeschwert und klar – da weiss man noch, was man kriegt. Die Jungs verbiegen sich nicht und mit NOIZGATE scheinen sie ein flexibles Label gefunden zu haben, das ihnen ihren Ausdruck belässt.

Bei den zehn Tracks – thematisch geht es um das älteste Musikthema überhaupt, Beziehungen – gibt es keinen Schwächling.

Die Scheibe rast hochenergetisch durch die Gehörgänge, Ruhepausen gibt es nicht. Okay, gute 32 Minuten steht man auch so durch.
Beim Hören geht das auch schnell vorbei, der Sound packt und hat mir schon manche langweilige Autofahrt versüsst.

Die Video-Auskopplung „We Are The Branches“ ist sicher einer der stärksten Songs, der Track hat definitiv Hitpotenzial.

Mir gefällt auch der „Opener“ „The Crucible“, gerade einmal 43 Sekunden lang und ein Einstieg in die Scheibe, die schon beinahe ein Electro-Album vermuten liesse.

Es mag sein, dass die Punktevergabe etwas grosszügig ist, dass es innovativere Core-Truppen geben mag. Mich sprechen die Jungs an, treffen in den Core-Bereich meines „mag ich“-Speichers.

Wenn die sich jetzt mal in den Süden verirren, ich sie live sehen und mit ihnen sprechen kann – Interviewtermin in der Schweiz, Männer? – dann bin ich mir sicher, werde ich meine Bewertung als gerechtfertigt ansehen.

Die Scheibe darf man sich ruhig antun. Sie tut nicht weh und versüsst manche halbe Stunde.

Bei mir jedenfalls hat sie während zwei Wochen den Logenplatz, meinen persönlichen Musikaltar innegehabt – meine Auto! Gratuliere Jungs!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (29.06.2014)

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