Bury Tomorrow - Runes

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VÖ: 30.05.2014
Bandinfo: BURY TOMORROW
Genre: Metalcore
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Jepp, ich bin angefressen von Metalcore, ich mag diese meist jungen, kreativen und kraftvollen Bands, welche klassische Death Metal-Attribute mit Stilelementen des Hardcore Punk mixen und damit einen coolen, modernen Metal machen. Ein Stilelement dieses "relativ neuen Genres" sind typischerweise die beiden Stimmen; growl und clear.

BURY TOMORROW sind eine Band, welche in diesem Stil bereits zu den grossen Namen zählt. Und das, obwohl sie aus Europa und nicht den USA stammen. Nicht umsonst wird dieser Stil auch „New Wave Of American Heavy Metal“ genannt, Metalcore kam bisher meist aus den Staaten. Mittlerweile gibt es aber auch deutsche Bands wie etwa CALIBAN oder CALLEJON, die australischen PARKWAY DRIVE oder in der Schweiz BREAKDOWN IN SANITY. Metalcore wird globalisiert.

Mit „Runes“ dreht sich vor mir ein absolut geiles, modernes und abwechslungsreiches Album mit 13 Tracks und einer Spielzeit von gut 50 Minuten.

Wer BURY TOMORROW kennt, wird bemerken, dass das Album zwar noch wie BT klingt, in seiner Gesamtheit aber härter, vielleicht auch kompromissloser geworden ist.

Wie sagt Daniel Winter-Bates?
„Runes is the album we have always wanted to make and we cannot wait for everyone to hear it. Progressing from (2012’s) ‘Union of Crowns’, we've tried to capture our favourite era of metalcore whilst blending the nuances of what make the genre so great today. It's a faster, more aggressive album, but it still sounds like us, we couldn't be prouder of it!“

„Runes“ beschäftigt sich mit der Stäbchenschrift der Kelten, jeder Song steht für einen anderen Buchstaben, eine andere Rune.

Wie bereits erwähnt ist der Range der Tracks breit verteilt. Da gibt es sehr melodische Titel wie die Ballade „Divine Breath“, die man auf einem solchen Album eigentlich nicht erwartet.

„Man OF Fire“ eröffnet die Scheibe und führt Growler Daniel ein, der hier gleich einen Pflock setzt und seinen überragenden Growl platziert. Der Track zieht schon mächtig vom Leder und zeigt, was vom Rest der Scheibe zu halten ist. Da wird ein Brett ums andere verlegt, geht keine Power verloren, gibt es keinen energetischen Einbruch.
Es ist der Wechsel zwischen langsamen, fast doomigen Parts und choralen Gesangsteilen und harten Riffings, der dem Album seinen Stempel aufdrückt.

Kristan Dawson, das jüngste Mitglied der BT – Familie, demonstriert auf jedem Track seine Fähigkeiten als Gitarrist, bringt Solofragmente ein, liefert aber auch ausgedehnte Läufe beispielsweise bei „Watcher“. Der Junge spielt schon eine geile Saite, setzt dabei die klassischen Metal-Akzente.

„Another Journey“ ist eines der richtig harten Teile, der Song startet mit viel Tempo, wird aber ebenfalls durch mehrstimmige Gesangsparts unterbrochen. Die Nummer steht für den erwähnten, härteren Touch dieser Scheibe, ähnlich wie "Year of Harvest" oder "Last of the Ice".

"Garden of Thorns" ist einer meiner Favoriten, abwechslungsreif, intelligent arrangiert – Clear und Growl greifen harmonisch ineinander, die Instrumente setzen das Klanggewand, Ton für Ton passt ins Gesamtbild. Der Song transportiert das, was modernen Metalcore ausmacht auf hohem Niveau.

„Runes“ ist bis zum heutigen Tag mein persönliches Album des Jahres, ein Kracher, eine professionell produzierte und absolut geil geschriebene Scheibe.

Die Power und den Groove der Scheibe konnte ich beim Auftritt der Band im Zürcher Komplex erleben. Danach bleibt mir nur zu sagen – schaut euch die Jungs auf der Bühne an. Sie spielen diesen Sommer das SUMMER BREEZE, das sowieso eines der geilsten Musikertreffen im Süden unseres Nachbarlandes ist.

„Runes“ muss haben, wer auf gepflegten Metalcore mit Hammerpower steht und modernes, kreatives Hartmetall akustisch verbauen will.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Danny Frischknecht (05.07.2014)

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