BERNIE MARSDEN - Shine

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VÖ: 15.08.2014
Bandinfo: BERNIE MARSDEN
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Label Group - Provogue Records
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Lineup  |  Trackliste

BB KING: „Nur zwei weiße Männer verstehen es, den Blues zu spielen. Das sind ERIC CLAPTON und der Typ von WHITESNAKE.“

WHITESNAKE ist schon drei Jahrzehnte her, aber BERNIE MARSDEN spielt noch immer diesen 1-A-Blues-Rock, der seinesgleichen sucht. Genauso wie das Spielen liegt ihm das Songschreiben im Blut – so stammt zum Beispiel der berühmteste WHITESNAKE-Song „Here I Go Again“ und weitere Riesen-Hits der Rock-Giganten aus den 80er-Jahren aus der gemeinsamen Feder von ihm und David Coverdale.

In der Zwischenzeit ist Mr. Marsdens Name auf ca. 100 Alben zu finden. Neben WHITESNAKE spielte er bei UFO, WILD TURKEY, ALASKA und vielen anderen. Zusätzlich nahm er immer wieder Soloalben auf.

BERNIE MARSDENS Bekannten- und Freundeskreis in der Musikbranche ist riesig. Es ist daher nicht verwunderlich, dass zahlreiche namhafte Gastmusiker bzw. –sänger auf dem neuen Album zu finden sind. Man liest Namen wie JOE BONAMASSA, David Coverdale von WHITESNAKE oder Ian Paice und Don Airey von DEEP PURPLE. Dazu kommen noch Jimmy Copley und Mark Feltham, der Harmonica spielt.

„Shine“ ist ein Album geworden, bei dem viele Stil-Richtungen und Vorlieben zur Geltung kommen. Allen Songs zugrunde liegt Mr. Marsdens typischer Blues-Rock-Stil und ein besonderer Hang zu melodiösen Stücken, sei es, dass diese neu sind, oder Neuaufnahmen von alten Songs, die ihm ans Herz gewachsen sind, wie „Linin’ Track“, „Trouble“ oder „Dragonfly“. Die Liebe zur Musik steht hinter jedem Song und das spürt man durch das ganze Album durch. Für Hitpotenzial ist auf diese Weise auf jeden Fall gesorgt.

“Linin’ Track” ist schon einmal ungewöhnlich, weil er eine Art „Arbeiterlied“ von Eisenbahn-Arbeitern ist. Traditionell vom Vorarbeiter und seinen Männern gesungen hat BERNIE MARSDEN es vertont und als Starter auf das Album gepackt bzw. es als erstes veröffentlicht.
„Wedding Day“ bietet ein Gitarrensolo zum Einstieg und zeigt, welch gute Stimme Mr. Marsden hat. Der Sound ist mehr rockig als bluesig und geht sofort ins Ohr, vor allem die Gitarre.

„Walk Away“ beginnt erneut toll mit Gitarre und Keyboard, der Text bzw. der Refrain laden rasch zum Mitsingen ein, der Rhythmus lässt einen so schnell nicht los. Ein äußerst gelungener Song, so was hört man heute nicht mehr oft, anders formuliert: zeitlos.

“Kinda Wish She Would” kommt rockig bzw. Boogie-mäßig, ein tolles Klavier am Anfang und geniale Riffs. Es klingt stark nach ZZ TOP und bietet Klasse-Sound. Wiederum ein Rhythmus, der in die Beine fährt, und insgesamt super zum Mitsingen.

„Ladyfriend” mit Harmonika, Keyboard und Gitarre. Es hat einen bluesigen Sound und ein eigenwilliges Flair, sehr ruhig, (Mr. MARSDENs Kommentar: "Das Lied ist über eine Bekannte, die immer in einer schwarzen Limousine durch die Stadt fuhr.")

„Trouble“ feat. DAVID COVERDALE – zur Einstimmung ein bluesiges Gitarrensolo, ganz einsam und alleine - und dann rockt das Ding mit einer Energie los, die man ihm/ihnen nicht zugetraut hätte. Wer die Original-Version von TROUBLE aus den 70ern kennt, jetzt das Volume voll aufdreht, wird seinen Ohren nicht trauen. Das ist bluesig und heavy! Das ist alt und neu, eine geniale Mischung. David Coverdale singt den Titel-Song vom WHITESNAKE-Debütalbum aus 1978 mit einer Power und Intensität, dass man Gänsehaut bekommt. Zwischendurch die Einsätze der Hammond-Orgel, die richtig aggressiv klingen, Ian Paice (DEEP PURPLE) am Schlagzeug und BERNIE MARSDENS Gitarreneinsätze. Sensationell.

„Who Do We Think We Are“ – Mr. MARSDEN sagt, das Gitarrensolo ist seine Hommage an David Gilmour und der Text über unsere Erde/Umweltprobleme eine interessante Wahl. Genauso, wie er es beschreibt, kommt das Lied rüber: Die Melodie klingt wirklich nachdenklich und ist ruhig und eingängig. Wie jeder andere Refrain lädt auch dieser zum Mitsingen ein. Die Textzeile „All we need is love“, erinnert an die BEATLES.

„Bad Blood“ feat. CHERRY LEE MEWIS ist ein Song, der sehr stark an ALANNAH MYLES erinnert. Die rauchige Stimme der Sängerin mit einem Country-Touch ist umwerfend und geht unter die Haut. Die Blues Rock-Gitarre und Rhythmen sind flüssig und gehen einem sofort ins Ohr.

“Shine” feat. JOE BONAMASSA – der Titelsong ist trotz des großen Blues-Musikers kein reiner Bluessong, sondern vielschichtig und flott. Don Airey ist hier wieder zu hören. Er bringt seinen typischen Stil in den Song, der dadurch ein wenig an die 70er erinnert.

„Dragonfly“ ist ein Song von FLEETWOOD MAC aus den 70ern, der von BERNIE MARSDEN neu aufgenommen wurde. Er beginnt mit einem klassischen Rumba-Rhythmus am Schlagzeug, dann folgt die Gitarre. Ich wage zu sagen, das ist ein Song, der auch bei den "Dancing Stars" gespielt werden kann, eine wunderschöne lateinamerikanische Rumba. Sehr verträumt und schmusig. Tolle Gitarre, sehr gut gesungen.

„You Better Run“ hat wieder Speed und ist sehr rockig. Ein Song der in die Beine geht und wo der Refrain zum Mitsingen einlädt. Bluesige Passagen zwischendurch, dann wieder Rock. Eines der Stücke, von denen BERNIE MARSDEN sagt, dass sie live gut kommen werden...

„Hoxie Rollin’ Time“: Die Hammond-Orgel dominiert den Song, natürlich kommt auch Mr. MARSDENs Gitarrespiel nicht zu kurz. Das Schlagzeug legt einen Rhythmus vor, der wieder stark an Tanzmusik und Boogie erinnert. Die Idee hinter der Geschichte: Mr. MARSDEN war in einem Café in Hoxie, Arkansas, und kullerte beim Gehen die Stiege hinunter = Rollin’ Time.

„NW8“ (Bonus track; Instrumental) – Gitarre und ein wenig Keyboard. Die Gitarre hat den Hauch einer Sitar. Von der Richtung her ist schwierig zu sagen, wo dieser Song hin gehört, auf jeden Fall ist er sehr ruhig und stimmig für den Ausklang der CD.

Fazit: Wow. Ein sehr gutes, melodiöses Album. Mit Sicherheit eines der besten Werke, die BERNIE MARSDEN bisher gemacht hat. Musikalisch eine bunte Mischung aus Blues, Rock, Blues Rock, mit ein wenig Tanzmusik gewürzt. Dazu erstklassige Sänger und die Wiederaufnahme von Songs aus den 70ern, die ganz toll kommen. Ein Muss für jeden Fan zeitloser Rock/Blues-Musik.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (08.08.2014)

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