J.B.O. - Nur die Besten werden alt

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VÖ: 15.08.2014
Bandinfo: J.B.O.
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Gefühl eines schönen Sommers hängt nicht zwingend mit Dauersonnenschein und Schwimmbädern zusammen, es zählt die komplette Atmosphäre drumherum. Wenn ich an schöne Sommer zurück denke, dann fallen mir spontan die Jahre 2011 und 2009 ein, in denen tolle Sachen passiert sind und von einem geilen Soundtrack unterlegt wurden. Und allem Anschein nach wird der Sommer 2014 noch einmal schöner als diese beiden. Denn nach den letzten beiden ordentlichen Sommer-Releases "Killeralbum" und "I Don't Like Metal (I Love It)" knüpfen J.B.O. mit "Nur die Besten werden alt" nun endgültig an ihre Hochphase der Spät-90er an!

Hand aufs Herz, nach "Sex, Sex, Sex" begann man in der Erlangener Blöedsinnsfabrik ein wenig zu stagnieren. Die "Rosa Armee Fraktion" konnte das Niveau der Vorgänger nicht mehr überbieten, mit "Head Bang Boing" folgte sogar ein qualitativer Flop. Humoristisch konnten die beiden darauffolgenden Alben mit dem einen oder anderen Überflieger wieder gut Fahrt aufnehmen. An die großen Hymnen wie "Ein Fest" und "Verteidiger des Blöedsinns" kam man aber leider nicht mehr ran. Ob es die Stücke auf "Nur die Besten sterben alt" in die Hall-Of-Blöedsinn schaffen werden, entscheiden letztendlich die Fans. Aber, so viel sei gesagt, Potential besteht.

Ein Problem der letzten Alben war, dass sich die eigenen Kompositionen zu sehr im Gefuddel verloren haben und dass die Coverversionen einen Tick zu nahe am Original geblieben sind, was zulasten des Härtegrades ging. Aber gleich der Opener "Vier Finger für ein Halleluja" zeigt, dass es die Spaß-Metaller eben noch lange nicht verlernt haben. Der Song geht nach kurzer Einleitung schön drückend nach vorne und der Kopf bangt im Takt mit. Auch die Stücke "Was würde Jesus tun?" und "Die Waldfee" sind im positiven Sinne klassisches J.B.O. mit allerhand Ulk und Ohrwurm-Melodien. Sie zünden im Vergleich zu den letzten Werken um einiges schneller und sind durchweg geradliniger. Ob das der Halbwertzeit zugute kommt wird sich zeigen, jedoch hat man die Fehler der vorherigen Platten vermieden und die guten Ansätze auch bis zum Ende durchgedacht, dabei den Song aber nicht aus den Augen verloren. Sehr gut. Weiter zeigen uns die vier Verteidiger, dass mit "Mittelalter" nicht zwingend nur eine Zeitepoche gemeint sein muss (mit witziger FEUERSCHWANZ....nennen wir es mal "Hommage"), "Sakradi, mei Sack is hi" darf sich irgendwo zwischen "Bimber bumber dödel dei" und "Hose runter" einreihen und bei "Und dann hörst du J.B.O." kommt man endgültig nicht mehr aus dem Grinsen heraus. Den größten Knaller hat man sich mit "Jung, dumm und besoffen" aber fürs Ende aufgespart. Und Leute, dieser Song hat alles, was eine gelungene J.B.O.-Hymne braucht: Power, Witz und einen absoluten Überrefrain mit Mitsing-Teil, wie es ihn seit "Verteidiger des Blöedsinns" nicht mehr gab! Ich gehe jede Wette ein, dieser Song wird ein weiterer zukünftiger Klassiker des eigenen Bandkataloges!

Auf Coverseite arrangiert man dieses Mal ebenso viel verspielter und eigenständiger. Wenn man den OPUS-Hit "Live Is Life" zu "Death Is Death" ummodelliert, so dürfen da natürlich keine Blastbeats fehlen. Auch LOU BEGAS im Original Kotzreitz induzierender Schlager "Mambo Nr. 5" bekommt im Metalgewand ("Metal Nr. 666") eine viel härtere Grundausrichtung verpasst. Metal ist eben wie Bacon: Man kann es um Scheiße wickeln und es schmeckt gleich viel besser. Lediglich das ALICE COOPER-Cover "Schule aus" fällt hinter dem enormen Ideenreichtum der anderen Songs ein wenig zurück, macht aber immer noch Spaß.

Das Album unterhält auf voller Distanz (natürlich dürfen auch die obligatorischen Sketche und Flachwitze nicht fehlen), auch wenn nicht jeder Song das Niveau der oben erwähnten Stücke halten kann. Nicht schlimm, witzig ist es trotzdem. Und bevor ich mich hier genötigt fühle, alle Gags zu Spoilern, geht lieber los, holt euch die Platte, macht eine Kiste Kitzmann Bier auf und habt Spaß! Daumen hoch!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (08.08.2014)

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