STEEL PROPHET - Omniscient

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VÖ: 11.07.2014
Bandinfo: STEEL PROPHET
Genre: Progressive Power Metal
Label: Cruz Del Sur
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Lineup  |  Trackliste

Nach zweifellos guter Liveleistung (etwa am Keep It True-Festival 2013 durfte man sehr gespannt sein, wie sich die selbst fast zehn Jahre außer Dienst gestellte Prog-Power-Institution STEEL PROPHET auf ihrem Studio-Comeback ("Beware" von 2004 war das letzte Studioalbum) anhört, für viele Musikliebhaber wohl auch anfühlt. Zeugte das auf den Bühnen von Bandchef Steve Kachinsky Blackmoor getragene "Superman"-Shirt von Humor, Ironie oder gar Selbstüberschätzung? Gleich vorweg... Selbstüberschätzung wäre zu viel gesagt, aber einige Stellschrauben wären noch zu justieren, es bleiben Hausaufgaben für die Kalifornier für die Zukunft. Am überzeugendsten ist die griffige Gitarrenarbeit, die mal kernig, dann wieder melodiös rüberkommt und dank effektiver Breaks für Abwechslung sorgt.

Über allem thronen zudem die melodischen und stimmungserzeugenden Vocals des wieder zurückgekehrten Fronters Rick Mythiasin, der die leider nicht immer auf den Punkt kommenden Songs veredelt, am besten funktioniert noch das treibende "When I Remake The World", beim kernigen "911" krankt es etwa am launigen Refrain. Eine akustische Wunderwelt wurde auf "Omniscient" zwar wieder erschaffen, "Aliens, Spaceships And Richard M. Nixon" besticht etwa durch seine Melodieführung, das gelungene "666 Is Everywhere (The Heavy Metal Blues)" überzeugt mit gelungener Gitarrenarbeit, die auch auf dem restlichen Album amtlich drückt. Allerdings verläuft sich anscheinend nicht nur der Hörer in den Weiten des 62-Minüters, auch die werten Musiker scheinen den einen oder anderen falschen Pfad (neben Titeln wie "Transformation Staircase" oder "Funeral For Art" auch "Oleander Deux" und "1984") beschritten zu haben, das Gesamtergebnis hinkt hinter den Alben in den Hochzeiten Ende der 90er nach.

Am QUEEN-Cover "Bohemian Rhapsody" hab ich mich schon live gestoßen, in der Studioversion klingt die Chose noch überflüssiger. Als besoffener Spontan-Cover-Gag mag das Ganze noch bestens funktionieren, braucht allerdings niemand auf Tonträger. Eine fulminante Rückkehr des Stahlpropheten ist "Omniscient" leider nicht geworden. Das neue, konzeptionell angelegte Album bildet allerdings das fruchtbare Beet, auf dem das derzeit noch "zarte" Pflänzchen nach Anfangswehwehchen zu einer Prachtkreation heranwachsen könnte, wenn sich die Band wieder eingespielt hat und die Power, Melodie und Technik eine Ergänzung in puncto Hit-Sicherheit finden würden.







Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (04.08.2014)

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