Dragonforce - Maximum Overload

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VÖ: 15.08.2014
Bandinfo: DRAGONFORCE
Genre: Speed Metal
Label: earMusic
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Lineup  |  Trackliste

Bereits zwei Jahre nach "The Power Within" greifen die Briten von DRAGONFORCE wieder mit einer neuen Scheibe an. "Maximum Overload" nennt sich das Teil und der Name ist quasi Programm. "The Power Within" konnte mich bei Marc Hudson's Debüt nur bedingt überzeugen und bot noch einiges an Luft nach oben. Ich kann vorwegnehmen, dass dies bei "Maximum Overload" anders ist.

Das illustre Cover erinnert ein wenig an das ausgeflippte Artwork zu "Ultra Beatdown", das im Jahre 2008 auch das zugleich ausgeflippteste Album der Bandgeschichte darstellte. Vom Sound her orientiert man sich eher weniger an jenem Werk, präsentiert sich bereits mit dem Opener bzw. der ersten Single "The Game" weitaus gradliniger. Besonders auffallend sind hier die brachialen Riffs, die für DRAGONFORCE-Verhältnisse eher untypisch sind, so bestücken die Briten ihre Songs doch zumeist eher mit sanften Melodien. Passend dazu brüllt TRIVIUM Vocalist Matt Heafy in der Bridge ein bisschen mit und rundet so einen durchaus überraschenden Song ab, den ich so von den Jungs nicht erwartet hätte. Zwar kommt auch hier der typische DRAGONFORCE touch nicht zu kurz, was spätestens beim Doppel-Chorus deutlich wird, doch bemühen sich die Briten nach dem schnöden "The Power Within" wieder weitaus mehr, ihren Songs Persönlichkeit aufzudrücken.

Bei "Tomorrow's Kings" zeigt man das auf, für was man steht. Speed mit feinsten Melodien. Der Song beginnt etwas verwaschen, entwickelt sich dann aber binnen weniger Sekunden zu einem Mörderhit, der förmlich aus den Boxen drescht. Tolles Riffing, Melodien die hängenbleiben und ein Chorus zum dahinschmelzen, sofern man in irgendeiner Form Anhänger von DRAGONFORCE ist bzw. dem schnellen melodischen Power Metal nicht gänzlich abgeneigt ist. Fortgesetzt wird dies bei "No More", wobei sein Vorgänger doch noch ein stückweit epischer war. Nichts desto trotz zeigen die Songs in ihrer Gänze eine ordentliche Portion Qualität auf und zeigen DRAGONFORCE mit all ihren Stärken "Symphony Of The Night" ist an das gleichnamige Castlevania Spiel angelehnt, wenn auch nur textlich. Musikalisch drückt man der Nummer dennoch das typische Vampirfeeling auf und lässt die Gamer Herzen unter Umständen höher schlagen, nette Idee! Die beiden Midtempo Nummern "Three Hammers" und "The Sun Is Dead" mögen im ersten Moment wie schwere Kost wirken, doch auch diese beiden Exemplare entwickeln sich im Gesamtkonstrukt des Albums schnell zu Hits. So bremsen sie gekonnt die Euphorie der vorangegangenen Stücke, und holen den Hörer kurz mal vom bunten Regenbogen runter. Das werte ich durchaus positiv, denn so kommen die wiederum schnellen Songs wie "Defenders" und das wahnsinnig hymnische "City Of Gold" weitaus besser zur Geltung als wenn die Platte von vorn bis hinten durchballern würde. Stark gelungen ist den Briten auch das "Ring Of Fire" Cover von Country Legende Johnny Cash. Sie lassen seinen Spirit mit ihrer ganz eigenen Art aufleben, was den Song schlichtweg sympathisch wirken lässt.

Alles in allem machen DRAGONFORCE mit "Maximum Overload" wieder einen verdammt großen Schritt nach vorn und zeigen das auf, was ich hören will. Feinste Speedhymnen und gleichzeitig genug Platz für gut dosierte Experimente, die die Platte als gesamtes frisch wirken lassen. Die mittellange Spielzeit von knapp 50 Minuten vergeht wie im Fluge und so darf man sich am Ende wohl als wunschlos glücklich betrachten. Vielleicht hätte dem Album ein total extravaganter Song im Stile von "Reasons To Live" noch ganz gut zu Gesicht gestanden, doch abgesehen davon habe ich wirklich nichts zu bemängeln. "Maximum Overload" darf im Jahre 2014 durchaus als Highlight betrachtet werden, Daumen hoch!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (07.08.2014)

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