Emil Bulls - Sacrifice To Venus

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VÖ: 01.08.2014
Bandinfo: EMIL BULLS
Genre: Alternative Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Es ist interessant zu beobachten, was mit den einstigen Nu Metal Größen der Jahrtausendwende heutzutage passiert. LIMP BIZKIT ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus, werden noch immer als Headliner gehandelt, obwohl die recht spärlichen Neuveröffentlichungen qualitativ unterste Schublade sind. LINKIN PARK erfinden sich immer wieder selbst neu, von P.O.D., STAIND,  PAPA ROACH und Konsorten hört man hierzulande nur noch selten etwas. Auch die EMIL BULLS hatten mit ihrem A-HA Cover "Take On Me" einen großen Charterfolg. Im Gegensatz zu vielen inzwischen in der Versenkung verschwundenen Combos liefern die Bayern nach wie vor regelmäßig neues Material ab. Hier ist zu beobachten, dass man stilistisch mit der Zeit gegangen ist und sich vom Crossover in Richtung Metalcore weiterbewegt hat. Auch "Sacrifice To Venus", der neueste Output, geht verstärkt gen Core mit Pop Anleihen, aber auch ein wenig Back To The Roots.

Den hitverdächtigsten Song "The Grave" packt man gleich an den Anfang der Scheibe. Ohne großes Intro gibt es auf die Zwölf, die Gitarren brettern ein simples, effektives Riff, dazu wird ausgiebig gebrüllt und mit TRIVIUM Zitaten gesungen, bevor ein mega eingängiger Pop Refrain auf den Hörer losgelassen wird. In der Halbzeit folgt ein Breakdown zum niederknien. Jap, wenn diese Art Musik, dann bitte so. Stark geht es weiter mit "Hearteater", um einiges Härter und Druckvoller, ein wenig an SONIC SYNDICATE erinnernd. "Pants Down" ist eine Partynummer nach Nu-Metal Muster, halb gerappt, halb geshoutet mit absolutem Ohrwurm Refrain. Ein bisschen schimmern hier die ESKIMO CALLBOYS durch. Mit "I Wanna Feel You" folgt eine Ballade, die einen melodisch zurück zur Jahrtausendwende führt. Für einen Frühdreißiger wie der Rezensent einer ist klingt der Song angenehm nostalgisch.

In diesen abgesteckten Mustern bewegt sich das Album konstant bis zum Rausschmeißer "Behind The Sun" weiter, möglichst bemüht um Abwechslung und Eingängigkeit. Leider hält man vor allem in der Mitte nicht ganz die Qualität des ersten Drittels. So ist "The Reckoning" nicht mehr als ein Metalcore Song nach Schema F und ohne Überraschungen, auch "The Age Of Revolution" plätschert zu belanglos am Hörer vorbei. Das Titelstück gerät zu infantil und peinlich. Es gibt sicherlich nicht nur einen Reim auf "Venus" als die Bezeichnung eines männlichen Geschlechtsteils.

Fazit: Den EMIL BULLS gelingt es mit "Sacrifice To Venus" größtenteils eine Verbindung zwischen Nu-Metal und modernem Metal bzw. Metalcore zu erschaffen. Dabei gibt es einige bärenstarke Hits, in der Mitte des Albums aber auch einige Belanglosigkeiten. Dennoch eine sehr hörenswerte Scheibe.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (06.08.2014)

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