Origin - Omnipresent

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VÖ: 04.07.2014
Bandinfo: ORIGIN
Genre: Death Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste

Die vom Albumtitel suggerierte Allgegenwärtigkeit ist bei einer 3-jährigen Veröffentlichungspause nur bedingt nachvollziehbar. Freilich muss man ORIGIN zugestehen, dass zumindest mit Bühnenpräsenz nicht gegeizt wird und auch die ausgedehnte Pause zwischen den Releases ist im für die Band üblichen Rahmen.

Veränderungen im Gesamtsound sind bei ORIGIN nicht zu erwarten und so trifft den Hörer mit dem Opener „All things dead“ die gewohnte akustische Abrissbirne nicht völlig unvermittelt. Die einzig wesentliche Neuerung ist der Studioeinstand von Sänger Jason Keyser, der seine Qualitäten und Position unter den infernalischen Sängerknaben von ORIGIN nach zahlreichen Auftritten nicht mehr beweisen muss. Dass ORIGIN eine der intensivsten Erfahrungen der Metalszene sind, ist hinlänglich bekannt, die Band kombiniert unglaubliche Spieltechnik mit songwriterischem Gespür. Die einzelnen Stücke gehen beinahe fließend ineinander über, wodurch „Omnipresent“ einem 36-minütigen Gesamtkunstwerk ähnelt. Einen derartigen, technischen Wirbelsturm wie in „All things dead“, „THRALL:FULCRUM:APEX“ oder „Malthusian collapse“ bei aller Komplexität gleichzeitig nachvollziehbar zu verpacken, zeichnet eine große Band aus. Die Musik verkommt niemals zum reinen Selbstbefriedigung der Musiker, im Vordergrund steht immer der jeweilige Song. Vernichtende Drumgewitter, spiralige, vom Bass kontrapunktierte Gitarrenriffs, 3-facher Wechselgesang, Hochgeschwindigkeitssolos – aus diesen Elementen arrangiert die Band anspruchsvolle Songs, wobei das Inferno stets durch strukturierende Parts gelockert wird, wodurch die Stücke teils schon beim ersten Hören nachvollziehbar werden. Simultan bieten die musikalischen Eskapaden mehr als genug Erkundungspotenzial für zahllose, intensive Durchläufe.

„Omnipresent“ präsentiert ORIGIN deutlich gereift und verfeinert. Natürlich kann man ORIGIN Stagnation und Berechenbarkeit vorwerfen, andererseits handelt es sich um eine Band die ihren Stil gefunden hat und diesen nur noch in feinen Nuancen nachjustiert. In puncto kompositorischer Reife haben ORIGIN meiner Meinung nach ihr bisher heißestes Eisen geschmiedet – einen beinahe thrashigen Song à la „Redistribution of filth“ hätte sicher niemand erwartet. ORIGIN gehören somit auch 2014 noch zur Speerspitze des technischen Deathmetal.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Michael Walzl (13.08.2014)

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