Castle - Under Siege

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VÖ: 16.05.2014
Bandinfo: Castle
Genre: Doom Metal
Label: Van Records
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Lineup  |  Trackliste

Als sich 2006 THE DEVIL´S BLOOD gründeten, traten sie eine Welle los. Immer mehr Bands gründeten sich in der Schnittmenge zwischen okkultem 60ere/70er Rock, NWOBHM Elementen, manchmal dezentem Hippie Flair und, ganz wichtig, Sängerin. Nun ist der Thron verwaist und das Rennen um eine Nachfolge ist in vollem Gange. Als einzig sinnvolle Alternative empfehlen sich nun die Amerikaner CASTLE mit ihrem zweiten Album „Under Siege“.

Die Amerikaner bieten eine bodenständige, erdige Mischung aus gutem altem Heavy-Metal mit Doom Elementen und ganz leichtem 70er Flair, welches aber wesentlich unaufdringlicher eingearbeitet wird wie bei vielen anderen konkurrierenden Bands.Auffälligstes Merkmal ist die Stimme von Elizabeth Blackwell, die mit ihrem dunklen Reibeisen Organ immer an der Grenze zum Schrägen entlang schrammt, sie aber nie überschreitet. Darüber hinaus macht auf die Instrumentalfraktion ordentlich Dampf, so gibt es neben satten Riffs auch ordentlich Double Bass Einsatz, somit ist man auch ein ganzes Stück härter als ähnlich gelagerte Bands.

Das wichtigste sind jedoch die Songs selbst und auch diese wissen zu überzeugen. Beginnt die Platte mit „Distant Attack“ noch sehr NWOBHM lastig, ist beim folgenden „By My Ghost“ der Name schon fast Programm, musikalisch erinnert hier einiges an die schwedischen GHOST. „A Killing Place“ fällt etwas ab, bietet aber immer noch soliden Heavy-Metal.
Das bereits vorab veröffentlichte „Pyramid Lake“ ziert sich zunächst ein wenig, gibt sich gar kratzbürstig, vor allem reibt sich das Ohr an der Stimme von Elizabeth, aber wenn es einmal klick gemacht hat entfaltet sich der Song und wird zu einem unwiderstehlichen Ohrwurm.So schwer macht es einem „Powersigns“ nicht, die Double-Bass orientierte Nummer geht sofort ins Ohr und fährt tonnenweise tolle Leads und Riffs auf.„Labyrinth Of Death“ erinnert mich an IRON MAIDEN und trumpft wieder mit fetten Riffs und großartigen Melodien auf. „Temple Of The Lost“ ist wieder ein wenig unspektakulärer, „Evil Ways“ bietet im Anschluss jedoch wieder neue Elemente wie z.B. die männlichen Background-Vocals.

„Under Siege“ ist ein Album, welches unbedingt Zeit zum Entfalten braucht. Es erschließt sich nicht sofort, man sollte sich aber die Mühe machen, sich in die Songs ein zu hören. Dann wird man mit einem sehr abwechslungsreichen Album belohnt, irgendwo im Grenzbereich zwischen NWOBHM, Doom, erdigem Hard-Rock und einer Schippe Wüstenstaub. Mächtig dicke Eier inklusive.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Alex M. (25.08.2014)

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