CANNONBALL RIDE - Emerge & See

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VÖ: 29.08.2014
Bandinfo: CANNONBALL RIDE
Genre: Metalcore
Label: Pandastic! Records
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Lineup  |  Trackliste

Wer beim Stichwort "Metalcore" automatisch an Adjektive wie "ausgelutscht", "kindisch" oder "immergleich" denkt, der hat definitiv noch nie etwas von den Österreichern CANNONBALL RIDE gehört. Was sich schon auf der letztjährigen EP "Enchant The Flame And Let It Breathe" angedeutet hat, findet jetzt im ersten offiziellen Labeldebüt "Emerge & See" seine vorläufige Vollendung. Frischer und euphorischer kann man Metalcore kaum noch zelebrieren.

Was macht CANNONBALL RIDE so anders als die Vielzahl an ähnlich klingenden Combos aus diesem so stark polarisierenden Genre?  In erster Linie die außergewöhnlich prägnante Gitarrenarbeit. Gut und gerne darf man behaupten, dass nicht mal die üblichen Headliner der Spielart solch liebevoll detailliert arrangierte Gitarrenspuren mitbringen, wie es hier der Fall ist. Nicht zufällig betitelte man die eigene Musik auf der EP noch als "Mosh'n'Roll", weil man zum gänigen Metalcore Sound einige dreckige Rock'n'Roll-Leads und Riffs beisteuerte und das Genre so in eine neue, schlüssige und interessante Richtung steuerte. Auch "Emerge & See" ist wieder mit Leadgitarren zum Niederknien gesegnet. Das Duo Florian Breitwieser und Gernot Roithner liefert anspruchsvolle, mal thrashig rohe, mal eingängig Punkige Riffs, die Leads beweisen eine Intensität zwischen Frickelei und Melodik, wie man sie vergleichbar bei alten IN FLAMES oder ARCH ENEMY bewundern kann. Alleine deswegen stechen Stücke wie "Trial And Error" oder "Soon Ripe Soon Rotten" aus dem Einheitsbrei heraus.

Hilft natürlich alles nix, wenn man nicht die passenden Songs dazu liefert. Und hier liefern CANNONBALL RIDE Qualität, welche die letzten KILLSWITCH ENGAGE und Konsorten allesamt in die Schranken weist. Schon der Opener und zumindest im lyrischen Sinne Quasi-Titelsong "Until Time Suspends" erweist sich als hartnäckiger Ohrwurm, das Stück "Keeper Of The Realm" wird sich dank seiner hymnischen und dennoch ungewöhnlichen Hook mit ziemlicher Sicherheit auf einem Treppchenplatz als bester Song 2014 wiederfinden. Auch auf die Gesamtdistanz gesehen kann man hier kaum minder schwache Stücke ausmachen. Als Finale findet sich mit "Ariadne" eine unkitschige, mit Female Vocals veredelte Powerballade und setzt der Diversität des Albums die Krone auf.

Einen winzigen Kritikpunkt gibt es: Im direkten Vergleich zur letztjährigen EP wurde der Rotzfaktor etwas zugunsten punkiger Hooks zurückgeschraubt. Da eben grade diese "Mosh'n'Roll" Attitüde Trademark des Bandsounds ist, nicht gerade ein unbedeutender Faktor. Wenn auf den zukünftigen Releases etwas mehr auf die Balance zwischen Eingängigkeit und Dreck geachtet wird, dann wird man irgendwann nicht umhinkommen die Höchstnote zu zücken.

Fazit: Im Metalcore der wahrscheinlich beste Release 2014. Punkt aus! Gitarren, Hooks, Gesang, Anspruch, Eingängigkeit in fast perfekter Balance, und das bei einem Debütalbum! Hier wächst etwas ganz Großes heran, also auf jeden Fall reinhören!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (03.09.2014)

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