BLIND PETITION - Law & Order

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VÖ: 05.09.2014
Bandinfo: BLIND PETITION
Genre: Hard Rock
Label: Breakin Records
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Lineup  |  Trackliste

Wahnsinnige 40 Jahre gibt es diese österreichische Hard Rock-Institution heuer schon, in wechselnden Besetzungen und mit ebenso wechselvoller Geschichte (diese könnt ihr übrigens im am 2.10. erscheinenden Buch "Keine Gnade! Die BLIND PETITION Story" von Andi Appel sehr unterhaltsam nachlesen!). Hannes "Fusel" Bartsch und sein Bruder Bertl haben sieben Jahre nach "Bloody Reunion" nun auch endlich ein Line-Up gefunden, das dem musikalischen Schaffen der Band gerecht wird. Mit Harald sitzt bereits die nächste Generation Bartsch am Drumkit und bringt eine solide Leistung - der Bursche ist immerhin zarte 16! Und Sänger/Gitarrist David Strohmeier, den man sich - wie schon zuvor Basser Tom Gehrke und Backgroundsängerin Alienne - von den Wiener Originalen DIE JEDLESEER "geliehen" hat, erweist sich als echter Glücksgriff.

"Law & Order" ist irgendwo auch eine Wiedergeburt, die wievielte weiß man nicht mehr. BLIND PETITION wurden in der Vergangenheit oft milde belächelt, völlig zu Unrecht. Vielleicht lag's an der nicht richtigen Band-Chemie, vielleicht auch an der schnoddrigen Ignoranz des Österreichers, der seine eigene Musikszene im Normalfall ohnehin nie gutheißt. Das musikalische Fundament war immer der groovige Hard Rock, in den Achtzigern garniert mit etwas (New Wave Of British)Heavy Metal, und allen Trends zum Trotz sind BLIND PETITION immer noch da, während andere Bands längst schon wieder weg sind. Die elf Tracks wurden mit der Empfehlung "Play It Loud!" versehen - was an sich sowieso selbstverständlich ist - und sind eine gut durchmischte (Wiener) Melange an schnörkellosem, zeitlosem Rock. Hier werden keine Rekorde gebrochen, wozu auch? Hier geht's direkt in den Bauch und ins Herz.

Vielleicht unbewusst haben sich die Herrschaften irgendwann auch eine kleine Stoner-Schlagseite aufgerissen, die ab und zu mal hervorschimmert - bei "How Long" oder "People" etwa. "Feelin' High" oder "The Score" sind typische Bartsch-Riffrock-Monster, so wie überhaupt der Großteil der Songs von den eingängigen Gitarrenläufen lebt, der Gesang tut sein Übriges und es groovt an allen Ecken und Enden. Einflüsse wie MOLLY HATCHET oder gar AUDIOSLAVE (ja, richtig gelesen - dem Organ von David Strohmeier sei Dank!) funkeln da und dort mal auf, beim Titelsong fällt man vom balladesken US-Rock der späten Achtziger (MR.BIG lassen Grüßen!) direkt kopfüber in ein richtig fettes Mitschwing-Lied, das Bikertreffen und Metalfeste gleichsam bedienen kann.

Richtig Schwaches gibt's hier nicht, und so bleibt am Ende die Hoffnung, dass BLIND PETITION in dieser Besetzung länger bestehen können. Es wäre ihnen und uns zu wünschen, denn gerade auch live sind die Jungs in ihrem wasweissichwievielten Frühling eine Macht. Dass man in 40 Jahren Karriere mal abkacken darf steht nicht zur Diskussion. Dass man aber nach 40 Jahren ein grundsolides Album wie "Law & Order" vorlegen kann ist alles andere als selbstverständlich. Und jetzt: Rock'n Roll hören und Buch lesen, Oida!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (17.09.2014)

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