Riot - Unleash The Fire

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VÖ: 24.10.2014
Bandinfo: RIOT V
Genre: Power Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Schicksalsgebeutelt und nicht gerade vom Erfolg geküßt, aber in Undergroundkreisen umso mehr verehrt, schmettern RIOT, nun unter RIOT V firmierend, dem Schicksal ihre musikalische Antwort entgegen. Und die zieht alle Register des Könnens der Achtziger-Legende. Seine Muskeln ließ der Fünfer zuletzt schon auf den Livebühnen spielen, nun folgt die mächtige Studioleistung. Schon das Albumcover ist eine Ansage, elektrisierend und kraftstrotzend ist dann auch der Inhalt von "Unleash The Fire" geraten. Bestechend die tolle Gitarrenarbeit, überragend das Organ von Todd Michael Hall, so kann das neue Opus Magnum kurz umrissen werden, das natürlich im Zeichen und Gedenken des Ur-Gitarristen und letzten verbliebenen Originalmitglieds, Mark Reale, komponiert und eingespielt wurde, der kürzlich seinen Kampf gegen die Krankheit "Morbus Crohn" verloren hatte. Feine Harmonien, zündende Melodien und packende Songideen zeichnen den tollen Opener, das hingebungsvolle "Fall From The Sky" wie auch die ruppigeren Titel "Bring The Hammer Down" oder "Kill To Survive" aus.

Der treibende Titeltrack, "Metal Warrior" oder "Return Of The Outlaw" strotzen nur so vor merkbarer Spielfreude, diese Eisen wurden zur Freude der Legionen von treuen Fans direkt im lodernden Feuer geschmiedet, die zu einem Track wie "Fight, Fight, Fight" gehörig abschädeln und mitbrüllen können, während das lässige "Take Me Back" Seventies-Hardrock-Feeling vermittelt. “Land Of The Rising Sun” ist eine Hommage an Japan und seine enthusiastischen Fans, die wohl auch einen Löwenanteil am Entschluß, die Band nach dem Ableben von Reale im Jahre 2012, fortzuführen, gehabt haben dürften. Auf den ruhigeren "Immortal" und "Until We Meet Again" zollt die neue Besetzung nicht nur ihrem Mastermind, sondern auch den verblichenen RIOT-Mitgliedern Rhett Forrester und Guy Speranza Tribut. Gänsehaut garantiert angesichts der traurigen Anläße, zu denen diese Songs komponiert wurden und gleichsam ergreifend wie respektvoll und hoffnungsfroh intoniert werden. Verantwortlich für das Songwriting zeichnete Basser Don Van Stavern, der seinen Beitrag schon zu den Endachtziger/Frühneunziger-Großtaten leistete und auf "Unleash The Fire" vom langjährigen Gitarrero Mike Flyntz unterstützt wurde.

War schon das letzte Album "Immortal Soul", bei dem noch Tony Moore am Mikro stand, sehr gelungen, so setzt die Achtziger-Legende noch einen drauf und liefert eine echte neuzeitliche Metal-Perle ab, auf der kein Ausfall auszumachen ist. RIOT V führen das Vermächtnis ihrer Gründerväter mehr als würdig fort, in dieser Besetzung und mit einem Sänger wie Hall wird man wohl noch einiges aus der Metal-Schmiede erhoffen dürfen, Reale wäre wohl stolz auf "seine" Jungs, die einen Kracher voller Hingabe und Herzblut gezaubert haben. Im Genre führt kein Weg an diesem Juwel vorbei, das wohl als eines DER Alben 2014 in die Annalen der Metal-Historie eingehen wird! Interessant für Sammler: die Japan-Edition wurde nicht wie die Rest-of-the-World-Ausgabe von Bruno Ravel, sondern von Joshua Block produziert, was das für den Sound des Albums heißt, kann mangels Vorliegen der JAP-Version leider nicht festgehalten werden. Zudem erscheint das Japan-Teil ohne den "V"-Zusatz im Logo. Ich persönlich freue mich schon auf den RIOT-Gig auf dem ausverkauften Keep It True-Festival 2015, das mit EXCITER & Co. mit einigen Krachern aufwartet.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (14.10.2014)

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