Lordi - Scare Force One

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VÖ: 31.10.2014
Bandinfo: LORDI
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Man möge mir den Kopf abreißen und alle Zombies dieser Welt auf mich hetzen, aber ich habe mich schon sehr auf das neue, wider Erwarten nur eineinhalb Jahre nach "To Beast Or Not To Beast" erscheinende siebente (offizielle) Studioalbum unserer liebsten finnischen Monster-Rocker von LORDI gefreut. Und man möge mir ebenso den Kopf abreißen, wenn es eine Sünde ist, den neuen Silberling namens "Scare Force One" so richtig zu mögen. Doch starten wir ganz relaxt von vorne: Seit ihrem Erfolg mit "Hard Rock Hallelujah" beim Eurovision Song Contest 2006 und dem damit verbundenen "The Arockalypse"-Album zählen LORDI quasi zum erweiterten Bekanntenkreis in Sachen monströsem Party-Rock. Und das zurecht. Zugegeben, war "Deadache" noch ein starkes Stück Heavy Rock, war der 2010er Output "Babez For Breakfast" nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Erst mit dem letztjährigen "To Beast Or Not To Beast" lösten LORDI wieder ein Erste Klasse-Ticket im Rock'n'Roll-Zug und schafften es erneut, eine gute Anzahl an starken, eingängigen Stücken zu komponieren.

Mit "Scare Force One", das zwar leider wieder mit einem etwas sehr gewöhnungsbedürftigen, trashigen Coverartwork um die Ecke kommt und dessen Titel auch nicht unbedingt von Innovation zeugt, setzen die Finnen ihren eingeschlagenen Kurs aber erfolgreich weiter fort und bleiben der Qualität des Vorgängers mehr als treu. Und um das geht's ja auch, denn vielmehr schaffen es Mr. Lordi und seine Schergen seit "The Arockalypse" zum ersten Mal wieder, ein wirklich rundum gelungenes Album einzuspielen, das richtig viel Spaß macht. Das Songwriting ist wie immer effizient einfach geraten, die Melodien der vorliegenden Songs zünden aber umso schneller und bleiben ganz lange als Mitsing-Vorlagen im Gehör hängen, ohne zu nerven. Nach der obligatorischen Intro-News-Meldung "SCG" geht es mit dem Titeltrack schon gehörig los. "Scare Force One" überzeugt mit einer melodiösen, mitgrölbaren Hookline, ebenso wie der 80er-Jahre-Glam Rock-Gruseltrack "House Of Ghosts". Immer wieder schielen LORDI auf ihrem siebenten Studioalbum zurück zu ihren Ursprüngen und deshalb wundert es auch nicht, dass der "Blood Red Sandman" da irgendwie immer ein wenig mitschwingt. Und das ist dabei überhaupt nicht als Negativkritik gedacht, ganz im Gegenteil...

"Scare Force One" ist - bei aller Liebe zu ernsthafter Musik - ein absurdes Stück Rock, das Fans einschlägiger Bands endlich mal wieder richtig viel Freude bringen wird. Vom ultra-eingängigen "Cadaver Lover" über das an manchen Stellen irgendwie an EDGUY erinnernde "Hell Sent The Clowns" bis hin zum treibenden "Nailed By The Hammer Of Frankenstein", das an gute alte "Chainsaw Buffet"-Zeiten erinnert - auf "Scare Force One" schaffen es LORDI auf perfekte Art und Weise, ihr ganzes Spektrum auszuspielen, auch wenn - so wie böse Zungen behaupten - dies nicht allzu weit gestreut ist. Das ist in diesem Fall aber egal, denn die Finnen schlagen die Brücke zwischen Horror-Gruppierung, KISS-Tributes und eingängiger Rockband erfolgreich und genau daraus entsteht ein feines Party-Album, das zum Mitgrölen einlädt und sich hervorragend für mehrere Stunden im Horror-Zirkus eignet. Die Abnutzungserscheinungen sind nämlich nur marginal.

Und man möge mich ob der guten Bewertung vielleicht nicht mehr ernst nehmen, aber wenn ein Album gleich nach dem Auflegen richtig Spaß bringt, dann darf man das auch mal sagen, oder? Bei LORDIs "Scare Force One" ist das allemal der Fall!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (23.10.2014)

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