Deep Purple - The Official Deep Purple (Overseas) Live Series: Graz 1975

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VÖ: 12.09.2014
Bandinfo: DEEP PURPLE
Genre: Hard Rock
Label: Edel Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Fette Zeiten für die Anhänger der frühen Ära von DEEP PURPLE. Nach dem neuen Mix von "In Concert '72" und dem großartigen Boxset "Hard Road" veröffentlicht Edel im Rahmen der “Official Deep Purple (Overseas) Live Series” mit "Graz 1975" ein weiteres der allerletzten Konzerte des Mark III Lineups.

Die Vorgeschichte in aller Kürze: Unzufrieden mit dem Songmaterial des damals aktuellen Albums "Stormbringer" beschloß Gitarrist Ritchie Blackmore gemeinsam mit dem ELF-Sänger Ronnie James Dio eine handvoll Songs aufzunehmen. Die Chemie stimmte und so informierte er Band und Management kurz vor Ende der Tour über seinen bevorstehenden Ausstieg aus DEEP PURPLE um eine eigene Band namens RAINBOW zu gründen. Da das Management befürchtete, der Ausstieg Blackmores könnte das Ende der Band bedeuten, beauftrage man umgehend das mobile Aufnahmestudion der ROLLING STONES mit den Aufnahmen der letzten drei gemeinsamen Shows: Graz, Saarbrücken und Paris. Das Ergebnis dieser Aufnahmen wurde 1976 - heftigst bearbeitet - unter dem Namen "Made In Europe" veröffentlicht. Der Großteil der Songs dieses Livealbums stammten von der Show in Saarbrücken. Gut 20 Jahre später folgte unter dem Titel "MK III, The Final Concerts" der komplette Mitschnitt der Paris-Show, welcher als "Bonus" fünf Songs der Graz-Show beinhaltete. Nun, beinahe 40 Jahre nach dem Konzert finden endlich auch die restlichen Songs ("The Gypsy", "Lady Double Dealer" und "Smoke On The Water") den Weg an die Öffentlichkeit.

Daß DEEP PURPLE an diesem 3. April 1975 knapp vor der (vermeintlichen) Auflösung stand merkt man an keiner Stelle. Die Band spielt ein geniales Set, improvisiert immer wieder und legt eine Spielfreude an den Tag, die von den massiven Problemen im Hintergrund nichts erahnen lassen. Ganz im Gegenteil: Speziell Blackmore's Gitarrenspiel klingt inspiriert wie selten. Mit der Inspiration übertreiben es lediglich Coverdale/Hughes, welche sich gegenseitig um Kopf und Kragen zu singen scheinen. Speziell "Smoke On The Water" ist teilweise nur schwer auszuhalten. Auch wenn man vielleicht argumentieren könnte, daß genau die Kombination dieser beiden Stimmen das Markenzeichen der MK III/IV Ära war: Vermutlich war genau das der Grund, warum man die Veröffentlichung dieser Aufnahmen so lange hinausgezögert hat.

Auch über den Grund, warum man uns die Zugaben dieses Abends ("Highway Star", "Going Down") weiterhin vorenthält, lässt sich bestenfalls spekulieren. Zeitzeugen berichten von einer völlig mißglückten Performance bei "Highway Star". Wie auch immer. Das alles tut der Freude über "Graz 1975" keinen Abbruch. Mit einem glasklaren Sound begeistert dieses Live-Dokument auf ganzer Strecke und erlaubt eine nette Zeitreise ins Jahr 1975, wo Graz für anderthalb Stunden der unumstrittene Nabel der (Rock-) Welt war.



Ohne Bewertung
Autor: adl (15.09.2014)

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