Decapitated - Blood Mantra

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VÖ: 26.09.2014
Bandinfo: DECAPITATED
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Lange hatte die Fangemeinde der Polen auf den Nachfolger zu “Carnival Is Forever” warten müssen, das immerhin mit 2011 datiert. Wie das neue Langeisen mehr als eindrucksvoll unter Beweis stellt, ist eines DER polnischen Aushängeschilder in puncto Härtnersound aber nicht totzukriegen. Wobei diese Diktion im Zusammenhang mit der Band mit Vorsicht zu verwenden ist, immerhin meinte es das Leben mit den schicksalsgebeutelten und tourfreudigen Polen nicht immer gut. Nach dem Tourbus-Tod von Drummer Vitek bzw. Langzeitfolgen-Verletzung von Sänger Covan befand sich die Band 2011 etwa in einem Flugzeug, das auf der Rückreise aus den USA in Warschau infolge eines Fahrwerkfehlers auf dem Rumpf landen musste, glücklicherweise mit glimpflichem Ausgang, zudem ist der Ösi-Drummer Krimh nicht mehr mit von der Partie. Umso mehr musste man der Truppe um Mastermind Vogg schon beim letzten Album Respekt und Anerkennung zollen, nach dem Erlebten weiterzumachen. Gleiches gilt auch jetzt wieder, DECAPITATED holzen mit unverminderter Härte und Kompromisslosigkeit, die Skills der Polen scheinen durch die Ereignisse umso mehr geschärft worden zu sein. Da darf auch die lange Wartezeit verziehen werden, mit der allerdings Vorteile für das Songwriting einhergingen, sodass „Blood Mantra“ songmäßig und technisch ausgereift klingt und seine Fühler immer wieder in andere Metalspielarten ausstreckt, dabei thrasht, sägt und blastet und auch immer wieder rockt "wie Sau".

Das Album drückt ungemein und wartet mit anspruchsvoll komponierten und gespielten, riffgewaltigen Abrissbirnen, Marke VADER zocken gemeinsam mit MESHUGGAH und GOJIRA, auf. Shred-Meister Vogg entlockt seiner Sechssaitigen meisterlich-amtliche Stakkatoriffs und dissonant klingende Harmonien, während Fronter Rasta seine Kommandos in die rücksichtslos hämmernde Death-Metal-Maschinerie hineinbellt, die äußerst druckvoll und stimmig produziert wurde. Tracks wie der Opener, das monströs-rockende „Blood Mantra“, das schnelle "The Blasphemous Psalm To The Dummy God Creation", „Nest“ oder das komplexe „Instinct“ knallen amtlich und werden von einem ausladend-hypnotischen Stück wie "Blindness" perfekt ergänzt. Ein stimmiges Artwork rundet das sechste Album der „Enthaupteten“ stilvoll ab. „Blood Mantra“ ist ein stattlicher Brachialbrocken, durchschlagskräftig wie melodisch, anspruchsvoll und dennoch stringent. Nicht nur das reifste und abwechslungsreichste, sondern vielleicht das beste Werk der polnisch-technischen Death-Armada. Dicke vier Punkte mit Tendenz nach oben!





Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (25.09.2014)

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