1349 - Massive Cauldron Of Chaos

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VÖ: 04.10.2014
Bandinfo: 1349
Genre: Black Metal
Label: Indie Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Die Norweger hatten ja dank der Beteiligung von SATYRICON-Präzisions-Schlagwerker Frost Ende der Neunziger einen idealen medialen Start hingelegt und unterschieden sich auch namenstechnisch von der finsteren Konkurrenz. Das Jahr, in dem die Pestilenz über Norwegen hereinbrach und ihren Tribut in der Bevölkerung forderte, sollte es sein und fortan blieb 1349 in den Köpfen der Black Metaller verankert. Kein schlechter, eigentlich wie die Faust auf´s Aug passender, Schachzug, der umgehend ein Alleinstellungsmerkmal im Genre schuf. Mit dem Debut "Liberation" war man angetreten, die Lehre der zweiten, skandinavischen Black Metal-Welle zu kultivieren und seitdem beglücken uns die Mannen um Fronter Ravn unregelmäßig mit neuen Machtdemonstrationen dunkler Musikkunst, wenngleich nach anfänglicher Klopferei gerade das vorletzte, recht sperrige Album bei Fans und Presse nicht gerade auf große Akzeptanz stieß. "Demonoir" zeigte wieder in die richtige Richtung, welche die Band nun mit dem neuen Album fortsetzt. Dabei scheuen sich die Protagonisten nicht davor, prägnante Songs zu schreiben, sondern tun dies auch weidlich, man führe sich etwa den memorablen Opener, "Mengele´s", das lässige "Exorcism" oder "Chained" zu Gemüte. Bärenstark vor allem auch der thrashige Uptempo-"Rocker" "Slaves", das höllische "Postmortem" sowie die angepunkte Hackorgie "Golem".

Monolithische Riffmonster oder ausladend-karge Mondlandschaften ohne Anker zu erschaffen, vermögen schließlich viele, aber wenige verstehen sich - so wie 1349 - auf die Kunst, sich sowohl ins Ohr als auch ins Gedächtnis zu hämmern. Dabei wird die zeitgemäße Schwarzwurzelei (ebenso zeitgemäß) auch mit einer Prise Thrash und Death Metal sowie Gitarrensoli ("Exorcism" oder "Mengele´s") verfeinert, was dem Ganzen zusätzliche Erinnerungsmomente beimengt. Ansonsten schütteln die Vier die dissonanten Riffs nur so reihenweise aus dem Ärmel und spielen ihre schwarzen Asse bis hin zum lässigen Rausschmeißer "Godslayer" perfekt aus. Vier Jahre Pause taten Band und Songmaterial wahrlich nicht schlecht, mit dem neuen Album fand gleichzeitig eine Festigung der "alten" Werte, eine Konsolidierung der wesentlichen Stärken der Band und eine - sehr gelungene - Anreicherung mit genreverwandten Elementen statt. Nach dem neuen DARK FORTRESS-Album ein weiteres Highlight des laufenden schwarzen Jahres.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (29.09.2014)

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