Solitary Sabred - Redemption Through Force

Artikel-Bild
VÖ: 07.10.2014
Bandinfo: Solitary Sabred
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Mit SOLITARY SABRED schickt sich eine Exotenkapelle an, die internationale Power/Epic/Heavy Metal-Welt zu erobern. Unter großem Getöse erhebt ein Krieger aus dem griechischen Teil der Insel sein Haupt und reckt sein Schwert gen Himmel. Zypern ist, abgesehen von den fähigen ARRAYAN PATH metalmäßig vermutlich nur Underground-Trüffelschweinen und absoluten Spezialisten ein Begriff. Newcomer sind die fünf Recken eigentlich keine, seit der Bandgründung waren sie im kleinen Rahmen umtriebig und haben mit "The Hero The Monster The Myth" (2009) schon ein Debutalbum am Start. Dies alles ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass es vermutlich nicht ganz einfach ist, auf einer überschaubaren Insel fähige und professionelle Musiker zu finden, die zudem noch genretechnisch am gleichen Strang ziehen. Da sind NOMAD SON aus Malta oder TYR von den Faröern sicher zu bewundern. Andersrum gesehen, kann so eine Ausgangslage auch die Zusammengehörigkeit der Metalszene stärken.

Wer bei SOLITARY SABRED verschrobenen Epic Metal erwartet, liegt nicht ganz richtig, der schrullige Kauz schreitet nicht durch´s Unterholz, vielmehr verfügen die elf Kompositionen tatsächlich über Muskeln. Auch und vor allem im heißen Süden verstehen es die Warriors, glühende Lobesreden auf die Mittelalter/Kreuzritter/Mythologie/Fantasy-Thematik in packenden Oden an den Metal zu verewigen, die sich hochenergetisch und kraftvoll, manchmal an der Grenze zur Übertriebenheit über den faustreckenden Metal-Legionen ergießen. Die Zyprioten träufeln die besten Zutaten und Essenzen wie etwa das epische Element und die Eric Adams-Anleihen von MANOWAR, das trocken-dunkle Riffing von ICED EARTH und die flotte Power von Bands wie CAGE in einen Zauberkessel und lassen dank alter Magie einen äußerst wirkungsvollen und auch gut schmeckenden Trank reifen, der noch mit einer Prise Teutonenkraft abgeschmeckt und einem Schuß Rob Halford/KING DIAMOND verfeinert wird.

Titel wie das galoppierende "Redeemer", bei dem sich Sänger Asgardlord weidlich auslassen kann, bleiben ebenso wie das dem Kampfszenen-Hörspiel-Intro folgende "Disciples Of The Sword" im Ohr hängen, diese Titel verfügen - ebenso wie das mit dunklen Männerchören versehene, daherschreitende "Realm Of Darkness" - über gehöriges Genre-Hitpotential. Weiters sehr gelungen sind "Stigmata Of Pain" und "Sarah Lancaster", der Rausschmeißer "Damnation" sollte noch einige Zeit im Ohr nachhallen und die Band wärmstens empfehlen. Allen voran schreitet aber "Burn Magic, Black Magic", das mit seinem zwingenden Chorus und sägenden Riffbrett fesselt. "Redemption Through Force" ist ein bärenstarkes Album, das die Band auf den Radar der breiteren Öffentlichkeit bringen sollte. Hier wird - gerade für eine Eigenproduktion -sowohl in puncto Professionalität als auch Songwriting äußerst hochklassig dem wahren Stahl gehuldigt. Mit Zypern als Homebase wird es das Quintett zwar nicht ganz leicht haben, international zu reüssieren, Verpflichtungen für die amtlichen Genrefestivals sollten bzw. müssen allerdings nur so reinflattern, auf die Fans wartet hier ein kleines Genre-Juwel!

Erhältlich ist das Album über die Bandwebseite und wird auch vom zypriotischen Pitch Black-Label vertrieben.





Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (12.10.2014)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: KREATOR - London Apocalypticon
ANZEIGE