Allen & Lande - The Great Divide

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VÖ: 17.10.2014
Bandinfo: Allen & Lande
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

ALLEN/LANDE - wenn zwei stimmliche Giganten, die den Power Metal-Sektor seit langer Zeit prägen, aufeinander treffen, dann ist das schon etwas Besonderes! So klang der einhellige Kanon der Rezensenten im Jahre 2005, als das monströs-starke Debütalbum der beiden Fronter namens "The Battle" erschien. Der ehemalige MASTERPLAN-Shouter und nunmehrige Solo- bzw. AVANTASIA-Artist Jorn Lande und der geniale SYMPHONY X-Mastermind Russell Allen zeigten sich damals ausnehmend spielfreudig und innovativ und warfen die besten Elemente ihrer ureigenen Stilistik auf einen Haufen, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Auch die Nachfolgeplatten "The Revenge" und "The Showdown" konnten den eingeschlagenen Pfad im Grunde erfolgreich fortführen, so ganz an die Höchstqualität des Erstlings reichten diese Alben aber nicht mehr heran. Nichts desto trotz zählt diese Combo zu den interessantesten Acts auf dem überlaufenen Power Metal/Hard Rock-Sektor und deshalb habe ich mich auch sehr auf den 2014er Output "The Great Divide" gefreut.

Nachdem die beiden Jungs mit "The Showdown" 2010 ihre erste konzeptionelle Alben-Trilogie erfolgreich abschließen konnten, starten ALLEN/LANDE mit "The Great Divide" nun ein neues inhaltliches Kapitel. Und nicht nur übergeordnet hat sich bei dieser Kooperation etwas getan, sondern vor allem in punkto Songwriting gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Zeichnete bisher noch Magnus Karlsson für die Kompositionen von ALLEN/LANDE verantwortlich, ist mittlerweile ein alter Bekannter an dessen Stelle getreten - und zwar Timo Tolkki. Der Ex-STRATOVARIUS-Boss schrieb nämlich alle Songs des neuen Albums und seine Handschrift ist schon - und vor allem - beim ersten Titel "Come Dream With Me" sofort herauszuhören. Die ultra-eingängige Synthie/Gitarren-Melodie erinnert ein wenig an sein doch großteils misslungenes AVALON-Projekt, doch bei vorliegendem Album kratzt Tolkki qualitativ auf alle Fälle die Kurve und liefert Songmaterial ab, das die meiste Zeit wirklich an die stärksten STRATOVARIUS-Zeiten erinnert.

Das kann man mögen oder nicht - auf "The Great Divide" lugen die stilistischen Eigenheiten der älteren Alben der Finnen auf alle Fälle sehr oft um die Ecke. Natürlich wird das Ganze durch die starken und variantenreichen Stimmen von Russell Allen und Jorn Lande perfekt konterkariert, da das Ganze mit einem Timo Kotipelto am Mikro wieder ganz anders klingen würde. Doch genug verglichen, denn die zehn neuen Songs reichen zwar qualitativ - wie erwartet - erneut nicht an das Debüt heran, gehören aber mit Sicherheit mit zum stärksten Material, das in diesem Jahr in diesem Sektor erschienen ist. "The Great Divide" klappert nämlich die gesamte Klaviatur einer gelungenen Melodic Metal-Scheibe mühelos ab. Von schönen, eingängigen Uptempo-Nummern ("Come Dream With Me") und aggressiveren Power Metal-Nummern ("Down From The Mountain") über von Synthies geprägte Rocker ("Solid Ground") bis hin zum progressiveren, halbballadesken Track à la "Lady Of Winter", den man in dieser Form von einem Timo Tolkki gar nicht erwarten würde - alles in allem großes Kino!

Wie man sieht - "The Great Divide" kann sich auf alle Fälle hören lassen und entspricht im Endeffekt genau meinen Erwartungen. Sehr gute Metal-Ware, wie man es von den beiden Stars ALLEN/LANDE gewohnt ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger. "The Great Divide" ist ein abwechslungsreiches, frisches und eingängiges Album, das die spannende Diskographie dieser Combo perfekt fortführt. Zum Meilenstein reicht's allerdings nicht...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: mat (13.10.2014)

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