Hämatom - X

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VÖ: 17.10.2014
Bandinfo: HÄMATOM
Genre: Metal
Label: Rookies & Kings
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Lineup  |  Trackliste

"Alte Liebe rostet nicht" tönen die nach den vier Himmelsrichtungen benannten Musiker von HÄMATOM und schenken ihren liebenden Fans zum zehnjährigen Bandjubiläum die erste Best-Of Zusammenstellung plus eine komplette Runde an Coverversionen. Genau der richtige Zeitpunkt, da der Bekanntheitsgrad nach dem Rookies & Kings Signing schlagartig nach oben stieg. Somit bekommen auch alle Neu-Interessenten auf der passend "X" betitelten Compilation einen gut gewählten Einblick in das bisherige schaffen.

Und damit nicht genug: Ein einfacher Zusammenschnitt der bisherigen Bandkracher soll keineswegs ausreichend sein. Alle handverlesenen Songs wurden komplett neu eingespielt. Der Arbeitsaufwand darf gelobt werden, da vor allem die alten Stücke hier auf die aktuelle Klangfinesse der neueren Werke gehoben werden. Bei den Songs des letztjährigen Hitalbums "Keinzeitmensch" ist der Unterschied für Neulinge zwar kaum bis gar nicht auszumachen, aber so beweist man immerhin Konsequenz.

Marketingtechnisch eher von Interesse dürfte aber zweifelsohne das Coveralbum sein. Ähnlich wie es jüngst von CALIBAN oder CALLEJON, in leicht variierter Version sogar von HEINO vorgemacht wurde, nehmen sich HÄMATOM einen Popsong pro Bandjahr zur Brust um ihn im komplett ureigenen Bandsound der Hörerschaft zu präsentieren. Der Spaß an dieser Scheibe unterliegt in erster Line der individuellen Toleranzgrenze. Ein Blick auf die Titelliste löst bei uns Hartwürstlern nämlich als allererstes akutes Stirnrunzeln aus, liegt der Fokus doch hauptsächlich auf Stücken der uns so "geschätzten" Deutschen HipHop und Rap Szene. MATERIA, SIDO, FETTES BROT und JAN DELAY finden sich auf der Tracklist neben Pop Sternchen wie UNHEILIG und ICH UND ICH wieder. Hierbei sei natürlich in erster Linie der Mut gelobt, Songs zu wählen, die bei der Haupthörerschaft auf reichlich wenig Gegenliebe stoßen dürften. Ebenso muss man die liebevolle Arrangementarbeit der Protagonisten anrechnen. Jeder Song wurde klangtechnisch so weit aufgemotzt, so dass er wie aus dem eigenen Repertoire klingt. Nicht-Kenner der Originale dürfte entgehen, dass es sich hier um vom Airplay vergewaltigte Massenware handelt. Andererseits steigert das Arrangement natürlich nicht die Qualität des Songs an sich.

Fazit: HÄMATOM sind im zehnten Bestehungsjahr endgültig auf den großen Bühnen im In- und Ausland angekommen und liefern mit "X" eine aufwändig neu eingespielte Best-Of Zusammenstellung zum richtigen Zeitpunkt. Ob die Coverplatte notwendig gewesen ist, das darf jeder für sich selbst entscheiden.



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wilsberg (10.10.2014)

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