BOOZEHOUNDS OF HELL - The Right To Be Drunk

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VÖ: 25.09.2014
Bandinfo: BOOZEHOUNDS OF HELL
Genre: Heavy Metal
Label: The Docs Dungeons
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„Booze Rock From Hell“ ist die offizielle Bezeichnung des Wiener/Schärdinger Kollektivs BOOZEHOUNDS FROM HELL, das seit kurzem mit Rouvy Grouvy an den Drums auch einen hessischen Touch in das promillige Treiben integriert hat. Die hier gesprochene Sprache ist glücklicherweise über die Landesgrenzen hinaus dieselbe – es geht um Party, es geht um Leichtigkeit, es geht ums Saufen. Das Lieblingshobby des Österreichers wird bekanntlich nicht nur gerne als Flüssignahrung und Realitätsverbesserung herangezogen, sondern findet schon seit jeher Aufnahme in diversen Musikertexten. Von Whisky-Berserker Wolferl Ambros über den einst verschneiten Austropop-Schönling Rainhard Fendrich bis hin zu den Meidlinger Brauerei-Bezwingern Alkbottle bewegte sich hierzulande fast alles, was im Musiksektor Rang und Namen hat zwischen Vollsuff, After-Work-Biertschi und Fluchtachterl.

Warum auch nicht? Ist doch schön, lockert Zunge, Stimmung und Hemmungen - und entführt zumindest für eine gewisse Zeit aus der bitteren Realität. Die BOOZEHOUNDS OF HELL machen auf ihrem Debütalbum gar kein Hehl daraus, König Alkohol zur obersten Maxime zu erklären: „I Lost My Brain In Copenhagen“ dürfte den Kuttenträgern ziemlich teuer gekommen sein, „Shut Up And Drink!“ wird als Band-Credo angewendet, „The Right To Be Drunk“ sollte jedem zugestanden werden – ihr merkt also bereits an den Songtiteln, hier wird nicht über Steuerreformen, Kindererziehung und Zukunftspläne palavert, sondern lieber (abgrund)tief ins Glas geschaut.

Das Konzept der männlichen Klischeereiterei kennt man spätestens seit Shagraths Nebenspielwiese CHROME DIVISION, BOH klanglich in deren Umlaufbahn zu stoßen, würde zumindest partiell richtig sein. Allerdings bedienen sich die Wiener in den zwölf Kompositionen gerne auch an MOTÖRHEAD-, NASHVILLE PUSSY- und AC/DC-Zitaten. Dazu würzt man die Songs mit einer dreckigen Portion Assel-Punk, was der auf Polycarbonat gepressten Suff-Palette die dringend benötigte Portion Räudigkeit garantiert. Nicht nur das Cover-Artwork, auch die nach einem versifften Johan Hegg klingende Stimme von Sänger Mr. Booze schreit lautstark „Fuck Off And Drink“ – ein Hinweis, dem wir nur allzu gerne nachkommen. Vor allem, wenn mit Songs wie „On The Cruise“ oder „Monkey Brain“ richtig flotte Schmisser durch den Äther schallen.

Auf Langstrecke (und mit 54 Minuten ist diese Strecke doch ein bisschen zu lang geraten) verlieren BOH aber doch einiges an Spannung, zwischendurch meint man beim Hören zu erkennen, dass nicht jede Idee bis zur optimalen Ausrichtung fertiggedacht wurde. Doch wenn sich dann wieder ein knackiges Riff (z.B. auf „No Tomorrow“) wie mehrere Stamperl hochprozentiger Obstler in den Hirnsynapsen festkrallen, will man doch wieder nur die Faust recken, mitgrölen und nach getaner Arbeit an der Absinth-getränkten Bar einschlafen. Allein für dieses Bild völliger Sorgenfreiheit möchte man den musizierenden Rauschkindern einen dicken Dankesbrief schreiben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (13.10.2014)

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