White Empress - Rise Of The Empress

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VÖ: 03.10.2014
Bandinfo: WHITE EMPRESS
Genre: Symphonic Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste

Sie mögen polarisieren, aber dennoch haben sie einen ganz eigenen Stil geprägt und gelten nicht umsonst nach SABBATH, MAIDEN und PRIEST als wichtigste Metalband Großbritanniens. Die Rede ist von CRADLE OF FILTH. Neben Aushängeschild Dani Filth ist dieser Erfolg allerdings auch von einem anderen Mann abhängig, der auf vielen Alben des Backkataloges federführender musikalischer Leiter war, nämlich Gitarrist Paul Allender. Als dieser Mitte des Jahres bekannt gab, die Band endgültig zu verlassen, so war dies zwar abzusehen, dennoch aber ist dies ein schwerer Verlust. Umso gespannter durfte man nun auf sein komplett eigenes Werk WHITE EMPRESS sein, welches eigenen Aussagen nach das Beste seines bisherigen Schaffens mit symphonischen Elementen und weiblichen Gesang kombinieren sollte. CRADLE meets ARCH ENEMY sozusagen. Ist diese Aussage zutreffend? Zu einhundert Prozent und absolut! Kann auch das Songwriting an diese beiden Größen anknüpfen?

WHITE EMPRESS ist Allenders Befreiungsschlag, dies hört man ganz eindeutig. Aber auch wenn es nicht in seinem Interesse ist, man vergleicht das Songmaterial automatisch mit CRADLE OF FILTH. Dafür ist sein Gitarrenspiel und sein ganz persönlicher Stil einfach zu prägnant, sein Songwriting zu markant. Und so verwundert es nicht, dass grade zum Ende des Albums die Nähe zu den Ex-Arbeitgebern unüberhöhrbar wird. "Obsession With The Empress" sowie "Ours To Burn" sind pfeilschnelle Wutbatzen mit schaurigen Symphonien veredelt und lassen qualitativ keinen Zweifel aufkommen, wer hier das kompositorische Zepter in der Hand hält. Dennoch gibt es natürlich Unterschiede. Allender geht wesentlich refrainorientierter zu Werke als gewohnt, und auch hier kann er zeitweise Punkten. "The Congregation" und "Dethroned" sind beides Exemplare dafür, wie man Allenders verzwickten Stil mit Eingängigkeit schlüssig zusammenführen kann und waschechte Hits zu Stande bringt. Hier offenbart er vorher nicht erkannte Stärken. Einen großen Beitrag zum Gelingen dieser Stücke trägt auf alle Fälle auch Sängerin Mary Z bei, die sich höchst sicher durch die verschiedensten Stilistika schreit, growlt und singt. Im Gesamtkontext ist somit eine gewisse Nähe zum HUNTRESS Erstling nicht aus der Luft gegriffen. Teilweise, wie beim bereits erwähnten "Obsession With The Empress", experimentiert Allender zudem noch mit elektronischen Einflüssen und erweckt hier und da ein industrielles Kältegefühl.

Operation gelungen? Zum Teil. Denn leider haben sich auch einige Gurken auf das Album geschlichen. "A Prisoner Unleashed" beginnt vielversprechend mit SEPULTURA-artigem Groove, verpasst es aber über die gesamte Distanz die anfängliche Spannung zu halten. Dies liegt auch an dem nicht wirklich zwingenden Refrain. Bei dem folgenden Double aus "Darkness Encroaching" und "Sven's Tower" gehen die Probleme überraschenderweise auf die Instrumentierung, insbesondere auf die Gitarren zurück. Anstatt ihre Stärken auszuspielen riffen sich Allender und Jeremy K trotz des zackigen Tempos eher gemächlich durch die Stücke, und so kommt hier und da etwas Langeweile auf.

Fazit: "White Empress" halten zu großen Teilen die gegebenen Versprechen und finden in einer fiesen Schnittmenge aus CRADLE OF FILTH, ARCH ENEMY und HUNTRESS schnell ein schaurig-schönes Zuhause. Bei einigen Stücken ist allerdings noch ein ganzes Stück Luft nach oben, was auf Grund der Manpower um Paul Allender schon eine negative Überraschung ist. Dennoch, Fans der genannten Combos sollten unbedingt mal reinhören und live dürfte die eine oder andere kompositorische Schwäche fix auszumerzen sein. Man darf gespannt bleiben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (21.10.2014)

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