Machine Head - Bloodstone & Diamonds

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VÖ: 07.11.2014
Bandinfo: MACHINE HEAD
Genre: Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Auf MACHINE HEAD ist Verlaß. Selbst im heiß umkämpften, herbstlichen Musikmarkt vermag sich die US-Dampframme an die Spitze der anderen Top-Veröffentlichungen zu setzen. Sie bittet oder fragt nicht lange, sie bahnt sich ihren Weg schnurstracks nach ganz oben. Die Mitbewerber werden dabei wahlweise mit viel Geschick und Können überholt, brachial beiseite gestoßen oder schlichtweg überrannt und plattgemacht. Der Steuermann dieses Zerstörers ist wohlbekannt. Seit Anfang der Neunziger steht der Name Robb Flynn synonym für moderne Härte und zeitgemäßen Metal. Als unscheinbarer VIO-LENCE-Gitarrist Mitte der Achtziger gestartet, hat sich der mit Nasenring geschmückte Wüterich sukzessive an die Headliner-Spitze gewuchtet. Dies zu recht, wie die Diskografie beweist, die zwar auch schwächere Phasen enthält, die Band aber zu Recht dort positioniert, wo sie derzeit steht. Nämlich ganz oben, daran ändert auch "Bloodstone & Diamonds" nichts, sondern zementiert den Vierer vielmehr im Metal-Olymp fest.

Das achte Studioalbum ist wieder ein Garant für die Hege und Pflege der MACHINE HEAD-Trademarks, welche die Band für jeden erkennbar macht, was nicht zuletzt am geilen Organ von Flynn liegt. Streicher-Intro (man erinnere sich an "I Am Hell" vom Vorgänger) ...und schon explodiert der neue Brachialbolzen, "Now We Die" prügelt wuchtvoll und mit einem Mördergroove ausgestattet, ein würdiger Opener. Stimmungsvoll-epischere Teile, Melodie & Melancholik, sägende Riffs & Soloeinlagen sowie die tolle Schlagzeugarbeit von Dave McClain...alles wohlbekannt und mit perfektionierter Songwritingkunst grandios ineinander verzahnt. Dazu aus einem Guß klingend und äußerst gekonnt umgesetzt, wie es erwartet werden darf und auch erwartet wird, selbst Adam Duce-Nachfolger Jared MacEachern scheint perfekt integriert.



Die Band um den Leitwolf und seinen Uraltkumpel/Gitarrist Phil Demmel zieht mit unverminderter Konsequenz weiter mit dem zwingenden, bereits live gezockten (zum Livereport) "Killers & Kings", aber auch das folgende, bärenstarke "Ghosts Will Haunt My Bones" (eindringliche Gesangsleistung) oder das fein trashende "Night Of The Long Knives" sind allesamt Hochklass-Kraftpakete mit schiebend-drückender Härte und fettem Riffing, abgerundet von den Soundhexern Sneap und Richardson. Ebenso zu begeistern vermögen Titel wie das große "Eyes Of The Dead" oder das treibende "Game Over", die trotz aller Brachialität nie zu eindimensional ausfallen, da alles mit zwingenden, mächtigen Groove-Teilen und emotionsgeladenen Klängen differenziert und fein ausbalanciert wurde und mit den bandtypischen, melodischen Parts durchzogen ist.

Heraus sticht vor allem "Sail Into The Black", das balladesk beginnt, zwischenzeitlich härtetechnisch aber auch anschwillt und für einen feinen Ausgleich zu den anderen Wuchtbrocken sorgt. Wohltuend auch das sehr melodiöse, Sludge-mäßige "Beneath The Silt" sowie die Ballade "Damage Inside", die ebenfalls aus dem Rahmen fällt. Zwar mögen die Vorgänger, speziell das schon drei Jahre alte "Unto The Locust" Killertracks wie "Locust" oder "I Am Hell" am Start gehabt haben, allerdings ist das neue Album im Vergleich dazu als Gesamtpaket noch gelungener und facettenreicher (etwa "Imaginal Cells" mit Audio-Samples) und trotz teils ausladender Längen ein fesselndes Hörerlebnis. MACHINE HEAD sind (nicht erst seit der unfreiwilligen Außerdienststellung von PANTERA) die Kings moderner Härte und untermauern diesen Status mit dem sehr gelungenen neuen Album, das sich durch ein Großmaß an atmosphärisch dichter Härte und homogen-stimmiger Melodik samt breitgefächertem Hörerlebnis auszeichnet, das als äußerst kompakten Gesamtpaket einmal mehr die Heerscharen an Fans erfreuen wird!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (29.10.2014)

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