While Heaven Wept - Suspended At Aphelion

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VÖ: 24.10.2014
Bandinfo: While Heaven Wept
Genre: Epic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

WHILE HEAVEN WEPT waren nach dem guten "Of Empires Forlorn" spätestens mit "Vast Oceans Lachrymose" in aller Munde. Diesem majestätischen Album folgte das ebenfalls sehr gute "Fear Of Infinity" (2011) nach, bevor der darbenden Fanschar nun endlich neues akustisches Futter für Ohr, Herz, Hirn und Gefühl gereicht wird. "Suspended At Aphelion" ist der Titel des neuen Wunderwerks der Mannen (und Dame) um Mastermind und Gitarrist Tom Phillips, das als knapp 40minütiger Song, unterteilt in 11 Kapitel, verstanden werden soll. Das orchestrale „Introspectus“ schwingt den Hörer am Beginn gleich sanft in die Vollbedienung in Sachen symphonisch-progressiv-melodramatischer Epic Metal ein und schon beim folgenden "Icarus And I" tönt der unwiderstehlich schöne, einschmeichelnde Gesang von Rain Irving, der in ganz große Melodien fließt (und hier auch von harschen Vocals ergänzt wird). Alleine schon dieser Track ist schlichtweg ergreifend schön. Die Band aus Virginia weiß, wie der Zuhörer mit einer feinen, mitreißenden Mischung aus filigran-progressiven Tönen und stringentem Metal-Druck ("Ardor", das ruhig beginnt, dann aber Fahrt aufnimmt) becirct werden will.

Die ruhig-epischen (“Reminiscence Of Strangers”), auch PINK FLOYD-artigen Songs ("Heartburst") scheinen den Hörer auf ihren Schwingen mit in befreiend-luftige Höhen zu nehmen und ihn - wie etwa “Searching The Stars” - in ihrer Leichtigkeit gleichsam der irdischen Schwere und Melancholie zu entreißen. Neben dem leichten Zwischenspiel “The Memory Of Bleeding” bietet die vorliegende Sound-Wundertüte Abwechslung in Form von „Indifference Turned Paralysis“, einem proggigen Instrumental, das die Synapsen glühen läßt, aber trotz aller Verspieltheit emotional anspricht (wie auch “Souls In Permafrost”) und niemals ins "Zu-Verkopft-Verquere" abgleitet, sondern den Hörer (wie etwa mit dem tollen “Lifelines Lost”) einfach sachte berührt. Das bezeichnenderweise “Retrospectus” benamste Stück schließt den Kreis und stellt viel zu früh das Ende dieser akustischen Traumreise dar, welche den epischen Geist einer Combo wie ATLANTEAN KODEX ProgRock-Größen wie MARILLION oder auch FATES WARNING (deren ehemaliges Drumwunder Mark Zonder den Großteil des Album eingespielt haben soll) huldigen lassen soll.

Das neue Album (zum 25jährigen, allerdings ganz früh gerechneten Jubiläum der Band) ist wieder ein Genrejuwel voll vertonter Emotionen, atmosphärischer Dichte, packender Melodiebögen, einfühlsamer Wärme, symphonisch-kunstvollem Bombast, epischer Weite, berührender Tiefe und ergreifender Schönheit, das einen gleichzeitig leicht beflügelt, wie auch akustisch fordert und die volle Gefühlspalette ausreizt. Tolles Album, das erahnen läßt, was noch alles in der Band stecken dürfte, die sich weiterentwickelt und sich von den anfänglich doomigeren Gefilden immer mehr in eine symphonisch-proggige Epik-Richtung bewegt.





Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (24.10.2014)

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