RAM + PORTRAIT - Under Command

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VÖ: 05.12.2014
Bandinfo: RAM
Genre: Heavy Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Zwei der Hoffnungsträger in Sachen echter Heavy Metal-Lehre haben sich auf ein Packerl geschmissen, um zumindest einen Teil des Wegs auf der Suche nach dem Metal-Stein der Weisen gemeinsam zu absolvieren. Splits in vorliegender Form sind normalerweise eher dem Underground vorbehalten, wo es Combos wie etwa die Belgier AGATHOCLES auf eine Unzahl von Kombi-Veröffentlichungen mit anderen Bands bringen. Was im Untergrund wohl eher im Geld-, Zeit- bzw. Inspirationsmangel begründet ist, dürfte im vorliegenden Falle zum „Auf-dem-Radar-der-Fans-bleiben“ dienen, eine langwährende Verbindung in Sachen wahre Metalwerte bestand zwischen den beiden Schwedencombos ohnehin. Was auch immer hinter der Veröffentlichung steht, Tatsache ist, dass hier zwei absolut heiße Metal-Eisen am Werk sind, die zudem beide bei der gleichen Plattenfirma unter Vertrag stehen. Perfekte Vorzeichen also für eine Kleinveröffentlichung, die es in sich hat!

Zuerst dürfen RAM ans Werk, deren neuer Song „Savage Machine“ amtlich nach vorne treibt. Sänger Oscar zaubert wieder mit seinen Stimmbändern und veredelt diese unablässig marschierende, einmal mehr an JUDAS PRIEST erinnernde Nummer, auf der sich der neue Gitarrist Martin Jonsson erstmals austoben darf. Als nächstes steht ein Cover ihrer Split-Partner PORTRAIT auf dem Spielplan. Der Demo-Song „Welcome To My Funeral“ steht RAM aufgrund seines Tempos zu Gesicht und wie schon im Original übt sich Fronter Oscar Carlquist in MERCYFUL FATE-ähnlichen Gesangstrukturen wie seinerzeit Altsänger Phillip Svennefelt. KISS´ „Creatures Of The Night“ geht als Klassiker ohnehin immer, ist gut gewählt und wird im bandeigenen Colour fetzig umgesetzt.

PORTRAIT hatten heuer mit “Crossroads“ schon eines der besten Alben in Sachen Heavy Metal abgeliefert und legen mit „Martial Lead“ einen tollen Titel vor, der sich auch gut auf dem letzten Longplayer gemacht hätte. Wo ihre einstigen Mitstreiter IN SOLITUDE ausgewhimpt sind, sprühen PORTRAIT immer noch vor traditionellem Spirit, der die Band weiter an der Spitze der okkult angehauchten Bewahrer archaischer Heavy Metal-Werte hält. In gleicher Manier wie RAM zuvor interpretiert die Schwedencombo anschließend PORTRAIT-style das lässige „Blessed To Be Cursed“ von deren erst kürzlich wiederveröffentlichter Debut-EP “Sudden Death“. Schlußendlich vergreift man sich noch stilsicher an einer DER Kult-Combos in Sachen Speed/Metal. EXCITER´s „Aggressor“ (von deren Spätwerk „The Dark Command“ und kein eigenltich zu erwartender Achtziger-Klassiker) sollte es sein und es ist den Interpreten wahrlich gelungen, den Spirit und den treibenden Drive der Nummer auf Tonträger zu bannen.

In Summe ist diese Split eine sehr gelungene Geschichte, Fans der beiden Combo greifen ohnehin zu, alle anderen bekommen hier zwei der Top-Vertreter und Hoffnungsträger in Sachen Heavy Metal präsentiert!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (03.12.2014)

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