Raskasta Joulua - Ragnarok Juletide

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VÖ: 07.11.2014
Bandinfo: Raskasta Joulua
Genre: (stilübergreifend)
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste

RASKASTA JOULUA sind aus der finnischen Musiklandschaft schon seit zehn Jahren nicht mehr wegzudenken, aber hierzulande noch kaum bekannt. Mit dem vorliegenden fünften Album "Ragnarok Juletide" des nordischen Allstar-Projektes, das sich hier übrigens zum ersten Mal in englischer Sprache präsentiert, dürfte sich das aber sehr schnell ändern. Mit gesanglichen Kalibern wie Marco Hietala (NIGHTWISH), Tony Kakko (SONATA ARCTICA), Pasi Rantanen (THUNDERSTONE), Elize Ryd (AMARANTHE) und acht weiteren bekannten Stimmen an Bord, vereinigt sich hier quasi die metallische Elite Finnlands auf einem Fleck.

Doch die Stärken von "Ragnarok Juletide" liegen nicht nur in dem Aufgebot an zwölf hochklassigen Sängern, sondern vor allem in den gekonnten Arrangements von Bandkopf Erkka Korhonen. Wo andere Bands oder Projekte lediglich mit mal mehr mal weniger Enthusiasmus Weihnachtsklassiker auf der Stromgitarre nachspielen, merkt man dass hinter diesem finnischen Projekt Leute stehen die sich Gedanken gemacht haben. Die sowohl breitentaugliche Klassiker als auch weniger bekannte weihnachtliche Songs mit gekonnten Arrangements in ein neues Gewand kleiden, und dabei zu keiner Zeit peinlich oder aufgesetzt klingen.

So wird beispielsweise aus dem von BING CROSBY gesungenen Klassiker "White Christmas" ein richtig fetter Metal-Song ganz nach MANOWAR-Tradition, und auch der "Little Drummer Boy" erfährt eine gar schöne Interpretation mit heftigen Riffing und dazupassendem, aus der Klassik entlehnten Pianothema. An Powermetal denken lässt der flotte Opener "We Celebrate At Christmastime", während "The First Noel" eher Classic Rock/AOR-orientiert einherkommt.

Das stilistische Potenzial ist breit gefächert, so finden sich auch Doom-Anklänge ("The Elf"), Powerballaden ("Sylvias Song") oder schön arrangierter Gothic Rock mit female Lead ("Christmas Is Here") in der Songaufstellung. Gegen Ende des Albums hin zollt man dann allerdings aller metallischen Anleihen zum Trotz der besinnlichen Weihnachtszeit Tribut, und wird mit "Christmas Has Come" zunächst Pop-Rock-affiner, ehe dann mit "Ave Maria" ein weihnachtlich-besinnlicher Ausklang stattfindet. Nur von Akustikgitarre und Streichern begleitet, verbreitet der von Marco Hietala und Elize Ryd gesungene Titel echte Gänsehautatmosphäre.

Braucht die (Metal-)Welt denn überhaupt ein weiteres Weihnachtsalbum? Wenn es so hochwertig und erfreulich unbekitscht einher kommt wie das RASKASTA JOULUA schon seit zehn Jahren in Finnland vorexerzieren - dann ja! Die stimmigen Arrangements in Verbindung mit der hochwertigen Produktion und einem Allstar-Aufgebot an Sängern machen "Ragnarok Juletide" zu einem Album an dem man nicht vorbeikommen wird, wenn man auch an Heiligabend nicht auf seine Lieblingsmusik verzichten will. Weil man es ja doch "nur" mit Neuinterpretationen zu tun hat, kann man natürlich immer noch Luft nach oben sehen, aber zu Meckern gibt es hier ansonsten wirklich nichts.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (07.11.2014)

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