Various Artists - Metal From Finland Collection

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VÖ: 24.10.2014
Genre: (stilübergreifend)
Label: Outlanders Productions
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Lineup  |  Trackliste

Mit der "Metal From Finland Collection" gibt es eine volle Breitseite finnischen Schwermetalls - aber ausnahmsweise nicht von den bekannten, etablierten Gruppen, sondern vielmehr von der breiten Undergroundfront. Auf zwei CD's verteilt geben sich hier Musiker aller möglichen Genres der härteren Musikspielart die Klinke in die Hand, und als bekennender Fan der finnischen Musikszene stolpert man alsbald über so manchen bekannten Namen.

Schon der Opener von FROSTTIDE lässt aufhorchen - dürfte das doch auch die so ziemlich einzige Gruppe sein die dem Durchschnitts-Hartwurstkonsumenten zumindest noch entfernt etwas sagen könnte. Der enthaltene Titeltracks des 2013 veröffentlichten Albums "Awakening" gemahnt sehr stark an die erfolgreichen Landsleute von ENSIFERUM, und weiß gleich einmal zu gefallen. Nach diesem leicht verdaulichen Einstieg kommt dann die volle Packung an Bands deren Namen nur noch für ratloses Schulterzucken sorgt, und bei denen sich das Gesicht nur noch bei den involvierten Musikern erhellt.

Hättet ihr zum Beispiel gewusst dass bei der Death/Thrash-Band MEDICATED ein Ex-Mitglied von NORTHER (Aleksi Sihvonen) mitmischt? Oder dass der Mastermind der Stoner/Folk-Mixtur LOVIJATAR (die ihren Namen übrigens von Loviatar, der blinden Tochter des finnischen Totengottes Tuoni hat) Jussi Rautio ist, der auch von BATTLELORE bekannt ist? Und einer seiner dortigen Kollegen, nämlich Bassist Georgios Funeral greift bei den Doom-Metallern von CHURCH OF VOID die diesem Sampler den Song "Mad Mortician" beisteuern in die Saiten.

Doch damit noch nicht genug, springt einen bei "Welcome To The Den" von MAD HATTER'S DEN gleich einmal die Stimme von Taage Laiho an, der einst bei ALTARIA in Lohn und Brot stand. Bei den stilistisch im Melodic Death angesiedelten DIVISION XIX fuhrwerkt mit Samppa Hirvonen der Ex-Livebassist der ersten Shows von NIGHTWISH am Langholz. Damit zieht man auch gleich den Querverweis zu den im gleichen Genre angesiedelten BURNCLEAR (die sich übrigens ein Bandmitglied mit DIVISION XIX teilen), dürfte doch deren Tony Turunen eingefleischten Musikfanatikern von CELESTY oder Liveshows von TARJA bekannt sein.

Könnt ihr noch? Bei "My Demons" von der Metalcore-Band AMONG THE PREY gerbt Thunderstone-Drummer Atte Palokangas die Felle. Uuuund... bei den progressiven Goth-Metallern von Embassy of Silence - hier mit dem vertrackten "Shame, Spin and Click" vertreten - kommt einem nämlich auch noch THAUROROD-Keyboarder Harri Koskela unter. Damit nicht genug, stolpert der Rezensent unversehens mit den beschwingten Rocksong "In The End" von CRIMSONIC (der ein bißchen an SUNRISE AVENUE erinnert) auch noch über die Band eines persönlichen Bekannten! Ich sollte anfangen mir Gedanken zu machen...

Ja, ich hör ja schon auf. Jetzt reicht es aber wirklich mit den allzu trockenen Fakten, sonst wird der Rahmen dieses Reviews hier noch komplett gesprengt. Der "Metal From Finland Sampler" präsentiert, wie aus diesem finnischen Musiknerdgasm (was eine Wortkonstruktion... naja, ihr wisst was ich damit meine) bereits ersichtlich ist, eine wirklich bunte Mischung kreuz und quer durch so ziemlich alle Spielarten der härteren Musik. Natürlich ist auf so einem Sampler auch der Mix nicht durchgängig gleich stark, und da teilweise auch auf unveröffentlichte bzw Demosongs zurückgegriffen wurde auch nicht überall wirklich optimal, womit man aber auf Samplern einfach leben muss.

So manches wahrlich schräge, man möchte fast sagen typisch finnische Gustostückerl findet sich aber auf dem Album - so steht etwa die Gothic Metal Band BEYOND THE DREAM die schon so manche Höhen und Tiefen erlebt hat kurz vor der Auflösung. Das stark an NIGHTWISH angelehnte DARK DAWN PROJECT das dem Sampler "Dragonborn" beisteuerte, ist überhaupt nur als Duo unterwegs, und greift ansonsten auf Sessionmusiker zurück. CRY OF PAIN haben als HIM-Coverband angefangen, ehe sie sich dem melodischen Metal zuwandten, und mit VIPER ARMS aus Turku gibt es auch noch einen rein aus Mädels bestehenden Rock-Vierer.

CD zwei eröffnen ENTHRING mit "Citadel", einem wahrhaft epischen Symphonic Death Metal Song der einem die Ohrmuscheln gründlich durchrüttelt, und frappierend an HOLLENTHON erinnert. NOUMENA sind in ihrem Heimatland gar nicht so unbekannt, und können in ihren 15 Jahre Bestehen auf vier MeloDeath-Alben und mehrere EP's zurückblicken. Bei PSALMS FOR THE DEAD SUN gibt es Doom Metal mit Frauengesang auf die Ohren, und BLOCK OF FLATS fügen mit ihrem beschwingen Indie-Rock dann der stilistischen Achterbahn noch das I-Tüpfelchen hinzu.

Outlanders Productions hat mit der "Metal From Finland Collection" einen ziemlich coolen Sampler produziert, der es wirklich schafft bis auf Black Metal und Grindcore fast jedes Genre abzudecken. Naturgemäß ist auf solchen Samplern auch der ein oder anderen Ausfall zu verzeichnen, dafür bietet sich aber auch die Chance über den stilistischen Tellerrand zu blicken, und vielversprechende (noch) unbekannte Bands für sich zu entdecken. Wer einmal tiefer in die finnische Musikszene eintauchen möchte, für den ist dieser Sampler eine willkommene Gelegenheit sich einmal quer durchs Angebot hören zu können.

Anspieltipps: FROSTTIDE - Awakening; MAD HATTER'S DEN - Welcome to the Den; VIPER ARMS - Closer; ENTHRING - Citadel; CRIMSONIC - In The End;



Ohne Bewertung
Autor: Anthalerero (24.11.2014)

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