Aeons Confer - Symphonies Of Saturnus

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VÖ: 26.12.2013
Bandinfo: AEONS CONFER
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Kurz vor Jahresschluss lädt das Vorweihnachtsloch bei neuen Releases immer dazu ein, mal den Schreibtisch aufzuräumen und nachzusehen, was so alles in die Ritzen gefallen ist und übers Jahr, aus welchem Grund auch immer, zu Gunsten anderer Dinge liegengeblieben ist. Und manchmal fragt man sich, wieso man damals die ein oder andere Perle übersehen hat. So geschehen bei AEONS CONFER aus Hamburg und ihren "Symphonies Of Saturnus".

Wer Vielschichtigkeit sucht, der wird auf "Symphonies Of Saturnus" fündig. Wobei die Betonung selten so arg auf das Silbchen "Viel" zu legen ist wie in diesem Fall. Brettharter Death Metal, rasend schneller Black Metal, Progressive Elemente, moderne Klänge, üppige Orchestrierung und melodische Passagen treffen in einem überraschend stimmigen Gesamtbild aufeinander. Ähnlich einem DEVIN TOWNSEND, der weder heute, noch zu STRAPPING YOUNG LAD Zeiten auf irgendwelche Konventionen eingeht prügeln sich die fünf Hamburger in einen regelrechten Soundrausch. Neben TOWNSEND und den offensichtlichen FEAR FACTORY Zitaten erinnert das Klangbild aber auch an die sträflich unterbewerteten französischen MECHINA.

Das Einleitende "ESP" führt mit seiner Brachialität und Eingängigkeit auf eine falsche Fährte. Denn schon mit "Colossal Void" folgt ein etwas schwierigerer Rückgratbrecher, bevor mit "Probe" zum ersten mal Dark Metallige Keyboardpassagen in den Vordergrund stoßen. Mit "Alienate" und "Aeonized" folgen nun schon die ersten beiden progressiven Mini-Epen, welche im späteren Verlauf mit "Reinaissance" oder dem dreigliedrigen Titelstück ihre atmosphärische und kompositorische Vollendung finden werden. Zwischendrin überrascht "Aeons To Come" mit modernen Groovebeats Marke LAMB OF GOD, bevor mit "Descent" eines der wohl außergewöhnlichsten Stücke des gesamten letzten Jahres folgt. Zunächst ein sanft startender und vorwärtstreibender Melodic Rocker, bricht die Songstruktur nach einem mächtigen Break zusammen, um von nun an in einem zähflüssigen Tempo den titelgebenden Abstieg physisch spürbar zu machen. Wer bei dem absolut überbewerteten "Sail Into The Black" von MACHINE HEAD irgendetwas von atmosphärischer Dichte erzählt, der sollte sich schleunigst hinsetzen und sich von "Descent" zeigen lassen, was dieser Terminus überhaupt bedeutet.

Wieso die Höchstnote letzten Endes doch nicht gezückt wird und die Werke von MECHINA immer noch einen Ticken besser sind, das ist einfach: Es ist zu viel! AEONS CONFER fordern uns stolze 78 Minuten mit anspruchsvollstem Material heraus, doch trotz reichlich gesäter Höhepunkte geht die Aufmerksamkeit auch bei duzendfachem Hören zwischenzeitlich flöten. Hier und da ein wenig Straffung, ein bisschen Songdienlichkeit mehr und das Meisterwerk im Extremmetal wäre perfekt.

Fazit: Ein wahrhaft mächtiges Science Fiction Epos, welches nahezu alle Vorlieben der extremen Metalschaft meisterhaft vereint und nur an wenigen Stellen zu ausufernd geraten ist. Trotzdem: ein absolutes Highlight, was man nicht verpassen darf!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (07.12.2014)

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