Cretin - Stranger

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VÖ: 09.12.2014
Bandinfo: Cretin
Genre: Grind Core
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Schau an, in der kalifornischen Bay Area kracht es auch noch. Nach acht Jahren Powernap haben die Grind/Deather von CRETIN mit "Stranger" ein neues, 32 Minuten und 14 Songs umfassendes Album über Relapse Records auf den Markt geworfen.

Wer NAPALM DEATH oder TERRORIZER mag wird auch CRETIN mögen. Aber das Zielpublikum ist sich dessen ohnedies bewusst. Hier gibt es permanent einen Tritt in´s Gemächt, superb und sauhart produzierter Krach auf höchstem Niveau. Marissa Martinez-Hoadley singt, schreit, kotzt und röchelt wie ein angestochener Paarhufer, die Death Metal-Riffs sägen mitten im Stammhirn und die Refrains werden von der prügelndem Schlagzeug noch heftiger vorangetrieben.

Im Endeffekt ähneln die Songs einander schon sehr im Aufbau, aber was solls. Hier gibt es prähistorischen Grind mit viel Death Metal, sauber aufgenommen und gespielt von der Quotenband (Zwei Mädels, zwei Jungs). Der Opener „It“ haut Dir in die Kinnlade ohne Wenn und Aber.

Grindcore eben, wie er einst erschaffen wurde von Bands wie den schon genannten NAPALM DEATH oder CRYPTIC SLAUGHTER. Nicht ganz so chaotisch und immer an der zwei Minuten Grenze aber auf jeden Fall ein Relikt der Vergangenheit das auf jeden Fall gerne öfters in die Jetztzeit transferiert werden darf. Höchst gelungen sind die Lyrics, die immer eine kleine Geschichte darstellen und jenseits aller bekannten Reimformen daherkommt. Prosa als Lyrik. Manchmal grausig, bisweilen aberwitzig zum Schreien. Oder wie beim 36-Sekunden-Kracher "Husband" großartig eigenartig.

Die angenehme Spielzeit trägt dazu bei, dass einem die Säge nicht auf die Nerven geht. Ganz im Gegenteil, "Stranger" ist für Verfechter der guten alten Grindszene ein modernes Juwel mit dem man sich gerne die Zeit vertreibt. Wirkliche Härte statt Bienchengitarren und spielerische Fähigkeiten statt trver Evilness. Heavy ohne Kompromisse. Die Solos eine Verneigung vor Jeff Hanneman, die Riffs amerikanischer Death und gemmo, wie der Steirer sagt.

"Stranger" ist so herrlich nicht en vogue und dennoch kein bloßes abpausen alter Tugenden. Grindcore für die 10er-Jahre? Warum nicht!
Chaos, Leute, Chaos!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (16.12.2014)

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