AIR RAID - Point Of Impact

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VÖ: 21.11.2014
Bandinfo: AIR RAID
Genre: Heavy Metal
Label: High Roller Records
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Lineup  |  Trackliste

Der Debutdreher "Night Of The Axe" der 2009 gegründeten Göteborger (und nein, hier gibt es keinen Melo-Death zu hören!) vermochte mich seinerzeit aufgrund seiner Spritzigkeit und vor allem der starken und aggressiv-kernigen Vocalperformance des nunmehrigen Ex-Fronters Michael Rinakakis zu begeistern. Zwei Jahre und einen Auftritt am Keep It True-Festival (zum Festivalreport) später legt das Quintett neuen Lauschstoff nach. "Point Of Impact" bietet - wie man es erwarten durfte - amtliches Genrefutter für den "modernen Retro"-Heavy Metaller.

AIR RAID rühren die gesamte Metal-Suppe der Achtziger um, orientieren sich primär an den nunmehrigen Metal-Dinosauriern mit den Anfangsbuchstaben I.M. und J.P. und mischen Combos wie RIOT drunter, spülen dabei aber nicht immer nur das Beste nach oben. Oder anders gesagt: viele Passagen, Riffs und Melodielinien durfte man zuletzt oft in besserer Umsetzung, geschickter arrangiert und gekonnter komponiert, genießen. Zudem geht auch Neo-Sänger Arthur W. Andersson recht konventionell und unaufregend zur Sache. Wo sein Vorgänger noch die amtliche Säge und Sirene anwarf, klingt der Neue zu hardrockig, oftgehört und unaufregend. Hier haben sich die Schweden zumindest für mein Empfinden selbst die gefährlichen Reißzähne gezogen und drohen in der belanglosen Masse zu verschwinden, die deutlich zurückhaltendere und wärmere Albumproduktion tut ihr übriges.

Zwar fließen charmante Titel wie "Victim Of The Night", "Madness" oder "Wildfire" gut ins Metalblut und setzen die guten Ansätze der ambitionierten Schweden ansprechend in Szene, dennoch hinkt man insgesamt aber sowohl in puncto Dynamik und Drive (RAM, STRIKER und Co.), unbändigem Spirit (z.B. STALLION, SKULLFIST) als auch organischem Hörerlebnis (BLACK TRIP, ENFORCER etc.) den zahlreichen Szene-Aushängeschildern nach und schwimmt am ehesten in STEELWING-Fahrwasser. Das neue Langholz ist ein zweifellos gutes Stück Heavy Metal, das aber primär unter dem erfolgten Sängerwechsel leidet. Zumindest dazugewonnen hat die Band nichts mit dem Wechsel am Mikro.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (08.12.2014)

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