Rings Of Saturn - Lugal Ki En

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VÖ: 14.10.2014
Bandinfo: RINGS OF SATURN
Genre: Death Metal
Label: Unique Leader Records
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Lineup  |  Trackliste

Abteilung Juwelen unter schon vergessenem Promomaterial, Teil 2: nachdem schon MAAHLAS spät aber doch mit ihrem Album “Nightmare Years” überzeugen konnten, gelingt RINGS OF SATURN mit ihrem dritten Full-Length-Album „Lugal Ki En“ Ähnliches (und diesmal nur mit zwei Monaten Verspätung).

Die Geister werden sich wohl an „Lugal Ki En“ scheiden: die kompromisslose Härte und Modernität der Amis wird wohl der Trve-Abteilung im Death Metal nicht gefallen. Da klingt das Schlagzeug eher nach einem Kinder-Preßlufthammer, und die Gitarren braten überkomprimiert bis zum Anschlag daher.

Aber genau dieses Soundgewand passt zur Musik von RINGS OF SATURN wir die Faust aufs Auge. Die Gitarren sind gefühlt knapp Richtung Infraschall gestimmt, die Breaks sind tight wie Tanktops im Sommer und die Vocals decken das gesamte Spektrum der unnatürlichen Klänge ab, die ein Kehlkopf so erzeugen kann.

„Lugal Ki En“ kann man grob als Mischung aus hypernervösem, progressivem Death Metal (BRAIN DRILL oder ORIGIN), modernem Prog Metal (BETWEEN THE BURIED AND ME) und einer Portion durchgeknallter schwarzmetallischer Raserei (ARCTURUS) beschreiben. So etwas ist gerade in den USA nicht allzu neu (man nehme nur die unterschätzten ABNORMAL THOUGHT PATTERN), aber in dieser Kompromisslosigkeit doch ziemlich alleinstehend.

Natürlich werden die Puristen das Fehlen klassischer Songstrukturen und die ausufernden Songs kritisieren (allein bei „Infused“ sind wohl mehr Riffs und Ideen zu finden als auf drei AC/DC-Alben), die Jungs schaffen es aber trotzdem, die Songs zu Einheiten zu machen. So begeistert etwa „Lalassu Xul“, das mit einer fröhlichen Melodie startet, die aber mit jeder Wiederholung in die Dissonanz abtaucht, bevor ein fetter Teppich an Brutal Death darüber gelegt wird.

Der Opener „Senseless Massacre“ ist so was wie der heimliche Hit auf der Scheibe: eingängig, abwechslungsreich, knackig. Auch „Natural Selection“, das MESHUGGAH-Groove mit ATHEIST-Leads verbindet, kann überzeugen, genauso wie das mit Neoklassik- und Computerspiel-Sounds punktende „Godless Times“. Das vergleichsweise konventionelle „No Pity For A Coward”, das oft an BLACK DAHLIA MURDER erinnert, setzt dann einen würdigen Schlusspunkt auf „Lugal Ki En“.

Außer den genannten Songs ist zwar auch einiges an Füllmaterial auf „Lugal Ki En“ vorhanden, aufgrund der über die gesamte Scheibe hohen Qualität und der Vielzahl an originellen Ideen ist das allerdings zu verschmerzen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (18.12.2014)

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