AC/DC - Rock Or Bust

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VÖ: 28.11.2014
Bandinfo: AC/DC
Genre: Hard Rock
Label: Sony Music Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

Wie viel ist schon über die Altmeister des Hardrock berichtet und geschrieben worden. Wenige Tiefpunkte und eine immense Anzahl an Höhepunkten durften die Australier im Laufe ihrer vier Dekaden währenden Karriere erleben. Zuletzt in Mitleidenschaft gezogen durch die Mordvorwürfe gegenüber Drummer Phil Rudd und die aufgrund der Demenzerkrankung von Gitarrist und Urmitglied Malcolm Young geprägten Ereignisse zeigen die Hardrocker aber auch auf dem „Black Ice“ (2008)-Nachfolger immer noch ihre große, gereifte Klasse, die naturgemäß Welten von der Bon Scott-Ära oder der Brian Johnson-Aufbruchstimmung in den frühen Achtzigern oder den grandiosen Liveerfolgen in den Neunzigern entfernt sind. AC/DC spielen seit vielen Jahren in ihrer eigenen Liga, sind ohnehin nur an sich selbst zu messen und gehören für langgediente Soundfreaks ohnehin zum Inventar jeder amtlich bestückten Sammlung.

Die zweite Single „Rock Or Bust“ eröffnet das Album und hat wohl jetzt schon einen Fixplatz im Liveset der Young-Truppe. Was folgt, ist ein flockiger und beschwingter, ja fast poppiger (etwa das bezeichnenderweise als erste Single ausgekoppelte „Play Ball“ oder "Sweet Candy") Trip. AC/DC setzen mehr denn je auf hochmelodische Mitsingrefrains und Harmonien („Rock The Blues Away“) oder eine LED ZEPPELIN-vertraute Blues-Note („Rock The House“, "Emission Control") und ziehen auch mal das Tempo an ("Baptism By Fire"). Wie immer auf den typischen Young-Riffs basierend, schmeicheln einem die Haudegen einen zeitgemäßen AC/DC-Tune nach dem nächsten ("Dogs Of War") um die Lauscher. Weise, aber keineswegs leise geht das Quintett zu Werke, manch einer mag das fehlende düster-drückende Element (im Stile von "For Those About To Rock") ein wenig vermissen und den Großmeistern Pop-"SellOut" vorwerfen, was nicht zuletzt auf belanglosere Tracks wie "Miss Adventure" zurückzuführen ist, aber durch klassische Riffrocker a la "Hard Times" wieder aufgewogen wird.



Alles bleibt in der Familie, wenn die verbliebenen Vier die durch den Ausstieg von Malcolm entstandene Lücke mit dem Young-Neffen Stevie schließen und auch auf Album Nr. 16 alles richtig machen. Simpel, straight nach vorne marschierend, nicht zu ausladend, mit der gewohnt originellen Röhre von Brian Johnson ausgestattet und äußerst vertraut klingend. Alles beim Alten im Hause der Altrocker, gravierende Änderungen würden bei der riesigen Fanschar ohnehin blankes Entsetzen hervorrufen und so manchen beinharten Altfan aus dem Orbit katapultieren.

Ihren übermächtigen Ehrenplatz in der Rockmusikgeschichte haben die Veteranen felsenfest verankert, daran kann ohnehin keiner rütteln und selbst ein schlechtes Album könnte das Denkmal lediglich ankratzen. Dass es einen wirklich schlechten Output aus dem Hause AC/DC in diesem Leben (Sänger Brian Johnson ist immerhin stolze 67, Angus Young amtliche 59 Jahre alt!) noch geben könnte, daran ist aufgrund der gezeigten und hörbaren Qualität schwerstens zu zweifeln, auch wenn der Vorgänger irgendwie eine Ecke cooler und abwechslungsreicher war. Das stilgerecht und amtlich produzierte „Rock Or Bust“ tritt Hintern, vielleicht in Anbetracht des Gesamtwerks etwas altersmilder, poppiger und weniger aggressiv, aber immer noch top und äußerst vital und präsent!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (20.12.2014)

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