Ted Kirkpatrick / Tourniquet - Onward To Freedom

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VÖ: 11.11.2014
Bandinfo: Ted Kirkpatrick
Genre: Progressive Metal
Label: Pathogenic Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ted Kirkpatrick, Chef und Songwriter der altgedienten Christen-Metaller TOURNIQUET (manchen vielleicht durch die Kontroverse mit dem DEICIDE-Obersatanisten Glen Benton bekannt), hat es über Kickstarter geschafft, ein neues Album einzuspielen. „Onward To Freedom“ ist dabei kein eindeutiges Soloalbum – es trägt zwar Kirkpatricks Namen, aber auch die Hauptband TOURNIQUET ist prominent auf dem Cover vertreten. Und auch seine Mitstreiter Luke Easter und Aaron Guerra sind auf dem Album vertreten.

Das Thema von „Onward To Freedom“ ist eines, das in der langen Karriere von TOURNIQUET schon öfter vorgekommen ist: es geht diesmal ausschließlich um Tier-Rechte bzw. –Schutz. Kirkpatrick nennt das Album nicht umsonst ein „metal anthem for the voiceless“. Diese „Voiceless“ sind – richtig geraten – Tiere aller Arten. Tierschutz ist ja im Metal-Bereich nichts allzu Ungewöhnliches, neben dem persönlichen Engagement von einzelnen Persönlichkeiten oder Bands kritisieren Bands wie CATTLE DECAPITATION in ihren Texten öfter den Umgang mit Tieren.

Kirkpatrick behandelt das Thema Tierschutz auf „Onward To Freedom“ allerdings auf derart naiv-pathetische Art mit starkem Prediger-Unterton, dass der neutralen Hörer wohl eher dazu geneigt ist, die nächste Würstelbude aufzusuchen als sich für Tierschutz zu begeistern. Da wird etwa minutenlang über das Verschwinden einzelner Arten schwadroniert („The Noble Case For Mercy“), und der Gipfelpunkt ist „Cage 23“, eine nervige Schmuse-Ballade über die „No Woman, No Cry“-Akkorde, die wohl als einzige Zielgruppe 12-jährige Mädchen hat (Zufall, dass hier ein „Disney Channel“-Jungstar die Gastvocals übernimmt?).

Abgesehen von den Texten ist die musikalische Substanz auch eher dürftig. Weit entfernt von den progressiven Thrash-Anfängen von TOURNIQUET ist auf „Onward To Freedom“ eher Weichspüler-Prog Metal der Marke THRESHOLD, mit teilweise deutlichen modernen Core-Anteilen, zu hören. Das funktioniert teilweise ganz gut (beim Titeltrack, beim MeloCore-inspirierten „Drowning In Air“ oder bei „Let The Wild Just Be Wild“), die Mehrzahl der Songs kommt allerdings recht uninspiriert daher. Da helfen auch die prominenten Gäste nichts - DUG PINNICK ist etwa auf „No Soul“ gewohnt großartig, aber das Songmaterial dahinter ist bestenfalls durchschnittlich. Auch die MEGADETH-Gitarrenconnection Chris Poland (auf „The Slave Ring“) und Marty Friedman (auf „Stereotaxic Atrocities“) können das Ruder nicht herumreißen, obwohl gerade auf diesen zwei Songs gute Ansätze zu erkennen sind, die allerdings durch eher nervige Vocals wieder zunichte gemacht werden. Dagegen sind Tracks wie „If I Had To Do The Killing” oder das schon erwähnte „Cage 23” einfach qualitativ schwach.

So wird „Onward To Freedom“ kaum jemanden begeistern können – für TOURNIQUET-Fans der alten Schule zu soft, für Nicht-Tierschützer zu nervig, für den gemeinen Metal-Fan zu wenig musikalische Substanz dahinter. Das hat der gute Herr Kirkpatrick auch schon mal besser hingekriegt…



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Luka (05.01.2015)

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