Estate - Fantasia

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VÖ: 01.12.2014
Bandinfo: Estate
Genre: Power Metal
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Russland ist nun nicht gerade als der fruchtbarste Boden für klassischen europäischen Power Metal mit italienischer Prägung bekannt; umso interessanter ist es also, dass ESTATE aus Krasnodar im westlichen Ende von Russland sich genau diesem Stil verschrieben haben. Mit "Fantasia" legt der Vierer nun das Debütalbum vor und nach einem kurzen, pianolastigen Intro startet man mit "Hero" auch gleich mit einem markanten, genretypischen Up-Tempo-Song in ein durchaus ansehnlich komponiertes Album, das aber an denselben Problemen wie viele Outputs von jungen Bands dieser Tage kränkelt:

So ist der Sound der Band einfach nicht eigenständig genug; zu viel Wiedergekäutes wird präsentiert und die etwas dürftige Produktion - es darf mal wieder der Drumcomputer brillieren - lässt "Fantasia" auch ein wenig in der "Ferner liefen"-Kategorie versinken.

Dabei hätten ESTATE durchaus ein paar interessante Ansätze vorzuweisen. An der Gitarrenfront gibt's handwerklich nichts auszusetzen und auch die Vocals sind annehmbar, auch wenn es diesbezüglich sicher noch Verbesserungspotenzial nach oben gäbe und nicht zuletzt die angestrebte Symbiose aus Power Metal, Hard Rock und Folk-Elementen hat am Papier durchaus etwas für sich.

So kommen etwa "Tarantella" und "Silent Dream" als unterhaltsame Mid-Tempo-Rocker daher, die Power-Ballade "World Without You" würde auch einem 80er-Hair-Metal-Album gut zu Geschichte stehen und beschwört Reminiszenzen an "What's Left Of Me" vom jüngsten AVANTASIA-Output "The Mystery Of Time" und bei "You Are Not Alone" werden die rockigeren Facetten der Stimme von Sänger Alexander ausgereizt.

Danach gibt's aber einen doch unerwarteten stilistischen Bruch, denn "Absolutely True" kommt dann eher als grooviger Rocker mit 60er- und 70er-Einschlag daher (WHITESNAKE lassen grüßen!), bei "Holy Land" und "The War" hingegen schlängeln sich zuckersüße Keyboards der Marke LIMAHL einen folkigen Feelgood-Rocker einerseits und eine eher an STRATOVARIUS gemahnende Melodic-Metal-Nummer andererseits.

"The Night Of Asura" und "I'd Rather Die" beschließen das Album dann erneut auf einer rockigen Note, wobei beiden Songs leider wieder ein wenig die starken Hooks fehlen.

Alles in allem ist "Fantasia" also ein zwar sicher abwechslungsreiches Album geworden, das aber noch etwas nach einer eindeutigen stilistischen Ausrichtung sucht und im Songwriting noch nicht wirklich zwingend genug ist, um schon bemerkenswerte Duftmarken in der internationalen Metalszene zu setzen. ESTATE sind sicherlich nicht zuletzt auf Grund eines gewissen "Exotenbonus" eine Band, bei der es sich lohnt, sie im Auge zu behalten - der ganz große Wurf ist "Fantasia" aber noch nicht.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (17.01.2015)

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